Enforcing Rules Is Important

A while ago on a German train station, I saw a conductor telling a group of people that smoking is prohibited in this station. He was laughed at and ignored. Later on a passenger next to me on the train told the conductor, how glad he was that he stood up to the smoking people and reminded them of the rules. The conductor replied that it is sadly not in his power to enforce the smoking ban in German stations – and not his job for that matter. This would be the job of DB Security, a subsidiary of Deutsche Bahn, who (together with the German Federal Police) is responsible for the security of German train stations and have the means to enforce the rules. The passenger complained that all the security personnel  making their rounds do rarely remind  people of the smoking ban and even more rarely enforce it. An observation I can confirm. The conductor shrugged “A lot is changing” to which the passenger replied “Unfortunately”.

We could now dismiss this little story as an unimportant chat of people unhappy about change, but I think there is more to it. It is not a story about change but about rules and how unenforced rules makes people unhappy.

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Warum Europa in der Krise steckt

Es ist erstaunlich simpel festzustellen, warum Europa seit beinahe fünf Jahren in der Krise steckt und partout nicht herauskommt. Das eigentliche Problem ist dabei aber kein ökonomisches, sondern ein politisches. Europa hat zwei Krisen, deren Lösung sich gegenseitig ausschließen. Doch es gibt Möglichkeiten dieses Paradoxon zu lösen – aber das wird niemandem gefallen.
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Monopole und Marktversagen (I)

Ein Monopol, von griechisch monos (einer) und polein (verkaufen), ist eine Marktsituation bei der vielen Nachfragern nur ein Anbieter gegenübersteht.

Da dieser durch Marktbeobachtung ein recht gutes Bild von der Preisabhängigkeit der Nachfrage haben wird, kann er seinen Preis strategisch so optimieren, dass er den maximalen Gewinn erwirtschaftet. Das heißt nicht, dass ein Monopolist die komplette Zahlungsbereitschaft aller Nachfrager abgreift. Es wird auch in einem Monopolmarkt Nachfrager geben, deren Zahlungsbereitschaft so hoch ist, dass sie eine Konsumentenrente bekommen.So weit, so gut. Das steht aber auch in jedem einführenden Mikroökonomie-Lehrbuch. Aber woher kommen die Dinger?

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Ist der Finanzsektor zu groß?

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade vom Wirtschaftswurm.

“Ist der Finanzsektor zu groß?” ist eine dieser Fragen, die uns Ökonomen von “Normalsterblichen” nur allzu gerne gestellt wird. Ein guter Ökonom antwortet zunächst: “Nun, das kommt darauf an…” Continue reading Ist der Finanzsektor zu groß?

Wieso wollen wir eigentlich Staaten retten?

Alle bisherigen Maßnahmen zur Beseitigung der Eurokrise, seien sie krude Ideen oder bereits implementiert, haben einen zentralen Punkt: Die Sicherung der Eurozone in ihrer aktuellen Zusammensetzung ohne, dass ein Mitgliedsland den Zahlungsausfall vermelden muss. Dieser Punkt sorgt für Umverteilung. Ich meine dabei nicht die Umverteilung von Nord nach Süd, sondern die Umverteilung von den Bürgern hin zu den Regierungen. Continue reading Wieso wollen wir eigentlich Staaten retten?

The truth is far deeper, Mr Krugman

Huh, what’s this? My first english blog post. But a recent blog article by Paul Krugman just had to be replied to – well, probably in English.

Anyway, Mr Krugman talks in his article about the reasons for the european debt crisis and comes up with the old – but wrong – answer that it’s about the intra european imbalances that draws capital from the “south” to the “north”. Plainly, us evil Germans outproduce and outexport those poor southerners.

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Die Bonitätsherabstufung war abzusehen…

… und ist darüber hinaus ein rein politische Sache.

Es passt zur verzerrten Realitätswahrnehmung europäischer Politiker, jetzt über die Herabstufung von neun Euroländern zu schimpfen, neue Regeln zu verlangen und sich völlig missverstanden zu fühlen. Falsch ist es trotzdem.

All das Geschrei über die Bonitätsherabstufung ist nur das Bellen des getroffenen Hundes. S&P hatte im September angekündigt bald eine Korrektur der Bonitätsbewertung vorzunehmen. Es kann mir keine erzählen, man wäre völlig überrumpelt und überrascht. Das ist der billige populistische Versuch, unbeliebte Projekte wie EFSF und ESM dem Wähler schmackhafter zu machen, indem man die “Schuld” für deren Einführung oder Aufstockung den ach so bösen und herzlosen Ratingagenturen in die Schuhe schiebt.

Das ist alles Unsinn. Die Ratingagenturen sprechen nur aus, was die Riskabteilungen der Banken, Versicherungen und Fonds alle schon wissen. Frankreich ist kein AAA wegen der dummen Aussagen von Francois Hollande, die Beschlüsse des Ministerrates zum Euro nach seiner Wahl kippen zu wollen. Österreich ist kein AAA, weil es viel zu stark im strauchelnden Ungarn engagiert ist. Die USA ist kein AAA, weil sich Demokraten und Republikaner nicht mal auf winzigste Dinge einigen können. Und die EFSF? Nun ja, offiziell hat sie das AAA noch, aber S&P hat schon zu erkennen gegeben, dass sie entweder die Garantiesumme senken muss oder die verbliebenen AAA-Länder der Eurozone eine höhere Garantie übernehmen müssen [1]. Wenn ich dann an den Schlamassel der ersten Anleiheauktion zurückdenke, auf der die EFSF ihre eigenen Papiere kaufen musste, um den gewünschten Zins zu erreichen, dann glaube ich nicht, dass die EFSF ihr AAA noch lange wird halten können. Vermutlich denkt man in den Riskabteilungen genauso. Aber ob die damit einverstanden sind, dass die EFSF nicht AAA sein muss, weil “AA+ auch kein schlechtes Rating ist” ? [2]

Interessant ist allerdings zu sehen, was die Gründe für die Herabstufung waren. Überall sind es politische Probleme und Dysfunktionalitäten, nicht so sehr die ökonomischen Schwierigkeiten, die zur Herabstufung führten. Erneut beweist S&P, dass die Krise politischer, nicht wirtschaftlicher Natur ist. Doch anstatt zu reagieren und die notwendigen Schritte zu ergreifen, spielt die Politik lieber Rumpelstilzchen. Märkte, Spekulanten und Ratingagenturen geben wegen ihrer Anonymität auch ein viel besseres Ziel ab als die Politik selbst.

Dabei liegt die Lösung so nahe: Griechenland muss den Zahlungsausfall (mit echtem Kreditereignis) erklären und in der Eurozone verbleiben. Das griechische Bankensystem und besonders verletzbare Banken in anderen Euroländern werden mit der EFSF geschützt. Die Länder der Eurozone einigen sich auf einen Plan zur Schuldenkonsolidierung, z.B. den Schuldentilgungsfonds nach dem Vorschlag der Wirtschaftsweisen und schreiben sich selbst harte Budgetregeln in die Verfassung. Das wird die Märkte beruhigen und Italien, Spanien & Co. können bald die Schulden überwälzen.

Doch dieser Plan ist seit gestern schwieriger, weil die EFSF nicht mehr so stark ist. Je länger die Politik untätig bleibt oder – schlimmer noch – bereits beschlossene und richtige Maßnahmen wieder in Frage stellt, desto schwieriger und teurer wird es aus der Krise herauszukommen. Ich traue es der Politik nicht zu, die notwendigen Schritte zu gehen. Denn dazu müsste man eingestehen, dass der bisherige Weg falsch war.

Papandreous Notausgang

Alle Welt fragt sich, was Giorgos Papandreou geritten hat, dass er ein Referendum über das Sparpaket seiner Regierung und damit verknüpft ein Vertrauensvotum abhalten möchte. Von diesem Sparpaket hängt die Hilfe der anderen europäischen Regierungen ab, damit die Zahlungsfähigkeit Griechenlands und letzten Endes also die Stabilität der Eurozone. Die Griechen sollen also alleine über nichts anderes als die Gemeinschaftswährung entscheiden. Continue reading Papandreous Notausgang

Wider die Gleichmacherei

Wenn auch die Hälfte von dem wahr ist, was die Spatzen über die Änderungen des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP) von den Dächern pfeifen, dann ist Europa unrettbar auf dem Weg in den Abgrund. Ja diese drastische Formulierung ist notwendig. Continue reading Wider die Gleichmacherei