On ifo’s accountability bonds

In a recent press statement, ifo’s President Clemens Fuest argues for second-tier “accountability” bonds that would allow debt above the current limits of the Maastricht criteria, but with strings attached. From the statement:

Fuest and Becker propose that states only be allowed to finance 0.5 percent of their annual economic output with normal bonds. Should they run higher deficits, the excess debt should be subordinate i.e. it will only be repaid after other debts, must not be bought by the ECB, and should also only be held by banks with higher equity cover.

He continues to argue that such bonds would have far higher interest rates than regular bonds, thus discouraging states from using them to much. Continue reading On ifo’s accountability bonds

The IMF, Greece and the ECB

There have been leaks of alleged minutes of an IMF high rank conference call about Greece. Allegedly, Poul Thomsen, Director of the IMF’s European Department and his colleagues agreed that Greece only decides on the brink of default (p. 6). While Thomsen is right that Greek decisions are taken in the most effective way only close to default, there is little the fund could do about it. Greece is technically insolvent and is only able to keep on going with the extensive support of the ECB (and the ESM), in fact it is only political will that keeps Greece afloat, so the whole arrangement is near-default anyway. So, the only institution able to exert influence on Greece is the ECB. But the fund is not at all in a position to have a sizeable influence on the developments in Greece anyway, neither economically, since the Greek debt is guaranteed by the ECB’s various unconventional monetary policy programmes, nor politically, since they are currently not taking part in the “rescue” programme. The IMF wants a debt cut (which German chancellor Angela Merkel refuses) and will until then stand on the sideline. Continue reading The IMF, Greece and the ECB

Maastricht statt Grexit

Nach der gescheiterten Präsidentschaftswahl im griechischen Parlament, der Parlamentsauflösung und Neuwahlen in gut zwei Wochen und der Aussicht auf den Wahlsieg von Syriza, wird insbesondere in Deutschland die Option des Ausscheidens Griechenlands aus der Währungsunion debattiert – der Grexit.

Ich bin in dieser Frage gespalten. Mehrfach sogar. Einen goldenen Weg aus der Krise gibt es weder für Griechenland noch für die Währungsunion. Jede Vorgehensweise hat Risiken und Chancen, Nachteile und Vorteile. Ich denke dennoch, dass ein Weg aus der Krise ein bisschen besser ist als die anderen – es ist nicht der einfachste Weg, aber wie ich meine derjenige, der den meisten nachhaltigen Erfolg verspricht. Continue reading Maastricht statt Grexit

Klarstellung zu Transfers

Ich hatte neulich geschrieben, dass man mit Transferzahlungen innerhalb der Eurozone, die Leistungsbilanzunterschiede sowohl mechanisch als auch ökonomisch beheben könnte. Nun, daran hat sich nichts geändert, aber ich will dennoch eine kleine Klarstellung liefern, was Transfers eigentlich bedeuten.

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Zyperns verkorkster Bailout

Achtung: Rant-Alarm!

Manchmal frage ich mich wirklich, ob ich nicht im falschen Film bin. Das hier ist doch nicht die echte Welt, sondern ein Klamaukstreifen. Ihr wisst schon, so á la Mr Bean, wenn man in den Fernseher springen möchte, um ihm zu helfen. Oder wie Familie Heinz Becker. Oder ein Absurditätenkabinett wie Monty Python. Anders kann ich mir die komplette Hirnverbranntheit nicht erklären, die unsere Politiker gerade an den Tag legen.

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Es geht gar nicht um Zypern

Zur Stunde sitzen die Finanzminister der EU in Brüssel beisammen und beraten darüber, wie man dem von der Staatsinsolvenz bedrohten Zypern helfen kann. Ob man überhaupt helfen sollte, wird nicht gefragt – aus zwei Gründen. Beide Gründe sind Zeugnis dafür, dass in Europa das Recht mit Füßen getreten und die ordnende Wirkung der Marktkräfte bekämpft wird. Continue reading Es geht gar nicht um Zypern

Ein Wechselkursziel kann die Krise nicht lösen

Frankreichs Präsident Hollande hat ein Wechselkursziel für den Euro ins Spiel gebracht. Flankiert wird er dabei von französischen Ökonomen, die lieber extern als intern abwerten wollen, sprich lieber eine schwache Währung in der Tradition des Franc und der Lira hätten als Arbeitslosigkeit und sinkende Reallöhne. Continue reading Ein Wechselkursziel kann die Krise nicht lösen

It`s the prices, stupid!

Das Briefing über die Europeripherie im aktuellen Economist präsentiert einige schöne Zahlen für Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Irland. Sinkende Primärdefizite, verbessertes Geschäftsklima, steigende Leistungsbilanzüberschüsse (bzw. sinkende LB-Defizite) und vor allem sinkende Lohnstückkosten. Tenor: Da ist viel passiert, jetzt sollte Deutschland auch etwas für die Peripherie tun.

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Ist Austeritätspolitik sinnvoll?

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade “Ist Austeritätspolitik sinnvoll?” des Wirtschaftsphilosophen.

Wenn ich in meinem Studium eines gelernt habe, dann dass Ökonomen auf einfache Fragen keine einfachen Anworten geben – weder können, noch sollten. Daher auch hier: Es kommt darauf an. Continue reading Ist Austeritätspolitik sinnvoll?

Wieso wollen wir eigentlich Staaten retten?

Alle bisherigen Maßnahmen zur Beseitigung der Eurokrise, seien sie krude Ideen oder bereits implementiert, haben einen zentralen Punkt: Die Sicherung der Eurozone in ihrer aktuellen Zusammensetzung ohne, dass ein Mitgliedsland den Zahlungsausfall vermelden muss. Dieser Punkt sorgt für Umverteilung. Ich meine dabei nicht die Umverteilung von Nord nach Süd, sondern die Umverteilung von den Bürgern hin zu den Regierungen. Continue reading Wieso wollen wir eigentlich Staaten retten?