QE is no debt relief

There was a little Twitter exchange on the nature of the ECB’s QE programme between Paul de Grauwe and Marcel Fratzscher. Paul sees QE as a sort of debt relief and asks why the ECB grants such relief to Germany, France and Italy but not to debt-burdened Greece. If you think of QE as a sort of debt relief, Paul’s question is legitimate, after all Greece would benefit most from a debt relief. But that is not what QE is or should be. Continue reading QE is no debt relief

The IMF, Greece and the ECB

There have been leaks of alleged minutes of an IMF high rank conference call about Greece. Allegedly, Poul Thomsen, Director of the IMF’s European Department and his colleagues agreed that Greece only decides on the brink of default (p. 6). While Thomsen is right that Greek decisions are taken in the most effective way only close to default, there is little the fund could do about it. Greece is technically insolvent and is only able to keep on going with the extensive support of the ECB (and the ESM), in fact it is only political will that keeps Greece afloat, so the whole arrangement is near-default anyway. So, the only institution able to exert influence on Greece is the ECB. But the fund is not at all in a position to have a sizeable influence on the developments in Greece anyway, neither economically, since the Greek debt is guaranteed by the ECB’s various unconventional monetary policy programmes, nor politically, since they are currently not taking part in the “rescue” programme. The IMF wants a debt cut (which German chancellor Angela Merkel refuses) and will until then stand on the sideline. Continue reading The IMF, Greece and the ECB

Was will Alexis Tsipras?

Vorgestern habe ich noch dargelegt, warum ich das Werben für ein Nein im Referendum am Sonntag für eine Legitimation hielte, dass Herr Tsipras nur noch einen Schuldenschnitt von den Geldgebern erreichen will, nicht aber ein weiteres Hilfspaket.

Heute dagegen kommt Griechenlands Antrag auf ein waschechtes ESM-Programm, was unvorteilhafter für Griechenland ist, als es das vor einer Woche ausgelaufene EFSF-Programm war. Es bleibt also die Frage, was Herr Tsipras mit dem Referendum erreichen wollte. Offensichtlich wollte er kein Mandat der Griechen dafür, weitere Hilfsprogramme abzulehnen. Was also will er und wie ist sein Handeln zu interpretieren? Continue reading Was will Alexis Tsipras?

Game of Chicken mit Hintergedanken

Griechenland hat die Eurozone seit Beginn der Schuldenkrise 2010 in ein Game of Chicken gezwungen – wer zuerst blinzelt hat verloren, aber einer muss blinzeln, sonst verlieren beide. Die griechische Regierung unter Ministerpräsident Tsipras hat das Spiel nun noch einmal verschärft. Da stellt sich nun die Frage, ob Tsipras wirklich noch ein Game of Chicken spielt oder ob wir uns nicht längst in einer Variante des Spiels befinden, in der zwar beide verlieren wenn keiner blinzelt, aber der Verlust für Griechenland deutlich niedriger ist als für die Eurozone – scheinbar zumindest. Continue reading Game of Chicken mit Hintergedanken

Die Wirtschaft wartet nicht

In Griechenland findet seit geraumer Zeit ein leiser Bankrun statt, der sich jetzt wohl noch einmal beschleunigt hat. Wie jeder Bankrun ist es individuell optimal sein Konto leerzuräumen und Bargeld zu halten, aber in der Summe ist das natürlich fatal für Banken und damit auch für den griechischen Staat. Immerhin sind es die Banken, die mit dem Kaufen von T-Bills die Regierung gerade so noch über Wasser halten – auch wenn das nicht ewig so weitergehen kann, wie die EZB gerade beschlossen hat. Continue reading Die Wirtschaft wartet nicht

Schubs

Gestern besuchte der griechische Ministerpräsident Tsipras Bundeskanzlerin Merkel. Zumindest der Ton in dem beide übereinander sprachen unterscheidet sich doch deutlich von der polternden Rhetorik mit der griechische Minister zuletzt negativ aufgefallen sind. In der Sache gibt es wohl noch keine Fortschritte – auch wenn ich das Vorlegen einer Reformliste kaum als Fortschritt bezeichnen könnte. Tsipras und seine Regierung müssen einfach mal hinne machen anstatt immer nur Reden zu schwingen.

Damit meine ich insbesondere das Angebot Deutschlands und Frankreichs anzunehmen, die griechische Verwaltung mit der Hilfe deutscher und französischer Experten auf Vordermann zu bringen. Finanzhilfe über das hinausgehend, was bereits vereinbart wurde ist weder hilfreich noch politisch in den Geberländern vermittelbar. Griechenlands Regierung muss die Reformliste vorlegen, um den Greccident Ende März zu verhindern. Sobald diese unmittelbare Gefahr gebannt ist, muss es um den Transfer von Know-How und Expertise gehen. Da können Deutschland und Frankreich mit Verwaltungsfachleuten viel erreichen. Um die griechische Wirtschaft aber wieder wettbewerbsfähig zu machen, braucht es mehr als nur ein paar Berater. Continue reading Schubs

Maastricht statt Grexit

Nach der gescheiterten Präsidentschaftswahl im griechischen Parlament, der Parlamentsauflösung und Neuwahlen in gut zwei Wochen und der Aussicht auf den Wahlsieg von Syriza, wird insbesondere in Deutschland die Option des Ausscheidens Griechenlands aus der Währungsunion debattiert – der Grexit.

Ich bin in dieser Frage gespalten. Mehrfach sogar. Einen goldenen Weg aus der Krise gibt es weder für Griechenland noch für die Währungsunion. Jede Vorgehensweise hat Risiken und Chancen, Nachteile und Vorteile. Ich denke dennoch, dass ein Weg aus der Krise ein bisschen besser ist als die anderen – es ist nicht der einfachste Weg, aber wie ich meine derjenige, der den meisten nachhaltigen Erfolg verspricht. Continue reading Maastricht statt Grexit