Leseempfehlung: „Low money multiplier does not justify ultra easy monetary policy“

Sober Look schreibt über den Geldmarktmultiplikator und wo sich die Inflation neuerdings versteckt, wenn sie nicht in den Löhnen steckt.

Sober Look: Low money multiplier does not justify ultra easy monetary policy

Seine Analyse bezieht sich zwar auf die USA, aber für Europa gilt das ähnlich. Unsere Geldmarktmultiplikatoren sehen ziemlich genauso aus. Vielleicht ist Europa sogar noch gefährdeter, weil die Inflationsmaßzahl – der Harmonisierte Index der Verbraucherpreise, HICP – die Preisentwicklung von Immobilien nicht berücksichtigt. Insbesondere solcher Immobilien, die von vom Eigentümer selbst bewohnt werden.

Was meinst Du? Hat Sober Look Recht oder ist das Gerede über Inflation bei den niedrigen Multiplikatoren nur Panikmache? Ich freue mich auf Deine Kommentare.

Leseempfehlung: “Die Schweiz ist ein Vorbild für Europa”

Das steht heute in der FAS. Thomas Mayer schreibt über den schweizer Währungsraum und warum der so gut funktioniert. Tenor des Ganzen ist die Subsidiarität. Die Kantone können mehr oder weniger machen was sie wollen, müssen aber auch dafür gerade stehen, weil der Bund und die anderen Kantone nicht haften. Continue reading Leseempfehlung: “Die Schweiz ist ein Vorbild für Europa”

Was man mit dem EFSF-Geld wirklich machen sollte

Staaten retten, die sich überschuldet haben? Anleihen kaufen? Bankeinlagen garantieren?
Aus dem folgenden Diagramm geht hervor, wie man das Geld der EFSF wirklich sinnvoll verwenden sollte, wenn einem die Leistungsfähigkeit und Stabilität von Europas Wirtschaft am Herzen liegt.

Quellen der Unternehmensfinanzierung in der Eurozone 2007-2011, Quelle: EZB, Eurostat
Das Fremdkapital europäischer Unternehmen kommt zu etwa drei Vierteln aus Bankdarlehen. Der einzig sinnvolle Einsatz von EFSF-Mitteln ist also das Aufpolstern von Bankbilanzen, damit diese einen möglichen Ausstieg eines oder mehrerer Länder aus der Eurozone verkraften können und weiter Kredite vergeben zu können. Europas Wirtschaft hängt am Wohl und Wehe der Banken – deswegen ist es gar nicht schlimm, wenn mit dem Rettungsschirm die “bösen” Banken gerettet werden. Indirekt schützt man Wirtschaft und Arbeitsplätze damit mehr als mit insolventen Staaten, die als Zombies weiter existieren. Das es letzten Endes darum geht, Arbeitsplätze und Produktion zu schützen, scheinen die Staatenretter ein wenig aus den Augen verloren zu haben.
Will man die Banken nicht mit Steuergeld “retten”, müssen sofort die Finanzmärkte stärker dereguliert werden, um den Unternehmen die Ausgabe eigener Anleihen zu ermöglichen, die günstiger sind als vergleichbare Bankdarlehen. Ich glaube nicht, dass das besser oder schlechter wäre – wohl aber deutlich schwieriger umzusetzen.

Die europäischen Regulierer könnten im Rahmen der Diskussion über eine Bankenunion auch mal darüber nachdenken, den Banken die Einrichtung eines privaten Rettungsfonds vorzuschreiben. Klar erzeugt das wieder Moral Hazard, aber immerhin würde für zukünftige Bankenrettungen kein Steuergeld benötigt werden.