Anfa must be revealed and ended

Last week’s „discovery“ of the secret Agreement on Net Financial Assets (Anfa) that seemingly even ECB President Mario Draghi was not quite aware of (or he was ad subsequently was embarrassed by being caught), showed that matters at the core of the Eurosystem are rotten.

Anfa shows three things: First, some people in the ECB Council must be explained that public trust and transparency are modern central banks only working instruments; second, the decision-making process in the ECB council is in effect worthless; and last, even technocratic expert gremium need either checks and balances or must be greatly curtailed in their freedoms.

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Fiscal transfers without controls are a bad idea

Yesterday, France’s economy minister, Emmanuel Macron, suggested the Euro Area should have a permanent fiscal transfer mechanism that diverts funds from rich members to poor members. A fiscal transfer scheme between (semi-)sovereign nations without any controls is a really bad idea even for the members of a monetary union. Continue reading Fiscal transfers without controls are a bad idea

Europe needs enforcable rules, no fiscal centralisation

The Economist still advocates a form of debt mutualisation in Europe, that is Eurobonds of one sort or another. While I usually agree with the Economist on most topics, I am really baffled by how stubborn the Economist is in advocating these ideas, rubbish as they are. Continue reading Europe needs enforcable rules, no fiscal centralisation

Der negative Euribor und ein Ausstiegsszenario

Gestern war also der wichtigste Interbankenzinssatz, der 3-Monats Euribor, kurzzeitig negativ. Nicht viel, aber immerhin.
Es wird immer deutlicher, dass die EZB die Geister, die sie rief nicht mehr los werden kann. Das Niedrigzinsumfeld verselbstständigt sich, schon erwarten Banken ein Fallen der Hypothekenzinsen möglicherweise in negatives Territorium. Continue reading Der negative Euribor und ein Ausstiegsszenario

Game of Chicken mit Hintergedanken

Griechenland hat die Eurozone seit Beginn der Schuldenkrise 2010 in ein Game of Chicken gezwungen – wer zuerst blinzelt hat verloren, aber einer muss blinzeln, sonst verlieren beide. Die griechische Regierung unter Ministerpräsident Tsipras hat das Spiel nun noch einmal verschärft. Da stellt sich nun die Frage, ob Tsipras wirklich noch ein Game of Chicken spielt oder ob wir uns nicht längst in einer Variante des Spiels befinden, in der zwar beide verlieren wenn keiner blinzelt, aber der Verlust für Griechenland deutlich niedriger ist als für die Eurozone – scheinbar zumindest. Continue reading Game of Chicken mit Hintergedanken

Wie man unkonventionelle Geldpolitik nicht beendet

Der Kurseinbruch des Euro am 15.1.2015
Der Kurseinbruch des Euro am 15.1.2015 (Quelle: onVista)

So langsam zeigt sich, was die Schweizer Zentralbank (SNB) mit der unerwarteten und unmittelbaren Beendigung der Kursobergrenze für den Franken gegenüber des Euro angerichtet hat. Mindestens zwei Pleiten und jede Menge Verluste für Fonds und Privatanleger.

Gut, auf eine gepeggte Währung zu  wetten und dabei absurd hohe Hebel einzusetzen ist fahrlässig und dumm. Auch fahrlässig war es, dass polnische Banken Kredite in Franken vergaben, einer Währung die in den letzten Jahren eigentlich immer unterbewertet war und nur durch die Intervention der SNB bei 1,20 € gehalten wurde – wenn einige dieser Darlehen jetzt durch den Kursrutsch des Złoty sauer werden und Banken in Schieflage bringen, habe ich auch wenig Mitleid.

Andererseits halte ich auch die Vorgehensweise der SNB für fatal. Gerade auch für börsennotierte Schweizer Unternehmen, deren Kursrutsche jede Menge Kapital vernichtet haben – ok, Kapital, das vermutlich nicht wäre, wenn der Franken in den letzten Jahren einen fairen Marktpreis gehabt hätte, aber sei’s drum.

Die jüngste Geschichte zeigt, wie man aus unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen aussteigt, nämlich nach dem Vorbild der Fed und ihrem Ausstieg aus dem Quantitative Easing (QE) Programm, dem so genannten Taper. Anstatt von-jetzt-auf-gleich die Käufe einzustellen, hat die Fed es per Forward-Guidance angezeigt und das Programm langsam heruntergefahren.

Warum hat es die SNB nicht ähnlich gemacht? Man hätte doch ankündigen können, dass die SNB den Kurs der EZB nicht mehr mittragen will und den Peg durch einen Korridor ersetzen, der dann Monat für Monat breiter wird, bis er irgendwann abgeschafft werden kann, weil der Franken den Marktwert erreicht hat. Stattdessen hat sie durch diese Aktion ca. 30% des Wertes ihrer in Euro notierten Aktiva vernichtet. Money for nothing.

Soviel frisch gedruckte Franken, die die SNB direkt in Euro-notierte Staatspapiere  (v.a. Bunds) gesteckt hat, kann das Kostenargument nicht ziehen, selbst wenn die EZB bald mit QE beginnt. Im Augenblick kann man nur spekulieren, was der tatsächliche Grund gewesen sein mag. Vielleicht ein interner Sieg der Inflation-Hawks? Aber selbst geldpolitische Falken – zu denen ich mich selbst ja auch zähle – müssten eigentlich wissen, dass man nicht so ohne weiteres aus einer bestimmten Geldpolitik herauskommt. Und wenn doch, dann geht dabei viel Zentralbankporzellan zu Bruch; schon häufen sich die Stimmen, das Vertrauen in die SNB habe Schaden genommen. Fatal für eine moderne, unabhängige Zentralbank.

Unkonventionelle geldpolitische Eingriffe wie Kursgrenzen oder QE sind gefährlich – manchmal vielleicht notwendig und effektive – aber gefährlich nichtsdestoweniger. Derartige Eingriffe muss man bis zum Schluss durchziehen, wenn man erst einmal damit angefangen hat, auch wenn Kollateralschäden auftreten. Die Schäden durch einen abrupten Ausstieg könnten den gesamten vorherigen Erfolg der Maßnahme zunichte machen. Ob man QE3 der Fed für sinnvoll/effektiv hält oder nicht, der Ausstieg daraus war vorbildlich. Eine Lektion, die man in Zürich wohl nicht gelernt hat. Ich hoffe, im Frankfurter Ostend sieht man genau hin, wie man unkonventionelle Geldpolitik nicht beendet.