Früher, als ich noch jung war…

Oh, Opa erzählt vom Krieg?
Nicht ganz. Heute morgen war ich shoppen und habe gewartet, dass der Laden aufmacht, in den ich wollte. Um die Zeit nicht in der Kälte verbringen zu müssen, bin ich in den benachbarten Spielzeugladen gegangen. Und stelle fest, dass das Spielzeug immer bunter, schreiiger und lauter (mancher würde unnützer noch hinzufügen wollen) wird. Da sind zum Beispiel die Kosmoskästen. Ich hatte die großen Elektronik-Kästen, mit denen man Flip-Flop-Schaltungen, Summer und Radios bauen konnte. Heute fallen die in die Kategorie “Profi”. Für professionelle 10-Jährige also. Die “normalen” Kästen sind heute Kristalle züchten und Urzeitkrebse. Nichts gegen Kristalle und Urzeitkrebse, aber das gab’s schon im Yps-Heft vor 20 Jahren und war da schon langweilig.
Gegenüber gibt’s Lego. Und Lego ist sowieso das geilste Spielzeug überhaupt. Aber früher war’s besser. Früher, als ich noch jung war, da waren die Zugbrücken bei den Burgen noch zum hochleiern. Und 2011? Ein popliger Hebel, den Robin Hood und seine Bande in nullkommanix umgelegt hätten. Und Fallgatter gibt es neuerdings als Fertigbauteil. Bei meiner ersten Lego-Burg habe ich das Fallgatter noch mit den kleinen, flachen, schwarzen Einsern und Winkeldreiern selbst gebaut.
Heute gibt’s übrigens auch Windräder als Lego-Bausatz. Nein, nicht die aus dem Western-Programm, sondern aus Stadt. Für das grüne Öko-Gewissen. Ich warte noch darauf, dass die kleinen weißen runden transparenten Bausteine, die ich noch als Lampen verwendet habe, durch Energiesparbauteile ersetzt werden. Bin gespannt was als nächstes kommt. Vermutlich der Castor-Behälter für die Lego-Eisenbahn. Komplett mit protestierender Horde. Ach nee. Die Lego-Eisenbahn wird ja eingestellt, weil die Lego-Demonstranten gegen den neuen Bahnhof protestiert haben.

Aber das allerschärfste kommt noch. Während die Lego-Polizisten früher hinter Gangstern mit fiesem Grinsen und Stoppelbart her waren, haben die Lego-Polizisten von heute: Richtig, eine Radarfalle.

Frohes neues Jahr! 🙂

PS: Der Polizist und die Radarfalle hab ich mal eben selbst gebaut.

Willkommen in Matsch!

Nein, das ist kein Typo in der Überschrift. Ich habe beschlossen, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz in Matsch umzubenennen. Mit den Stadtteilen Matschfeld-Matschenberg, Matschheim, Matschenheim, Matschenau, Matschesheim und Matschen.
Warum?
Nun ja. Weil’s passt.
Ein derart episches Versagen ist mir noch nicht untergekommen. Nichts ist geräumt, die Stadt versinkt im Schneematsch oder unter festgefahrenen Eisdecken. Kein Bus fährt und interessanterweise auch keine Räumfahrzeuge. Das kann nicht daran liegen, dass heute Sonntag ist. Wenn Taxis und PKWs, sowie Straßenbahnen fahren können, dann schafft es ein gut motorisiertes Räumfahrzeug alle mal. Oder sind die alle in Hessen in Einsatz, also wo sie gekauft und bezahlt wurden.
Matschland-Pfalz sollte sich mal Gedanken machen, ob die Milliarden aus dem Länderfinanzausgleich, nicht vielleicht auch dafür ausgegeben werden können, die Städte befahrbar zu halten. Ich habe im Radio gehört, dass auch in Koblenz und Trier keine Busse fahren. Hier werden die Prioritäten falsch gesetzt und der Länderfinanzausgleich zementiert diese Fehlanreize sogar noch. Bevor man an die Luxus-Probleme geht, sollte man erst mal die Grundlagen auf die Reihe bekommen. Zum Beispiel Straßendienst im Winter.

Für den Protest!

Manchmal sind es die kleinen Dinge 🙂 Zum Beispiel dieses Fundstück hier:
http://www.dagegen21.de


Da kann man sich seine eigenes “individuelles Protestschild” generieren und sich die “Grundausrüstung als Profi-Protestler” sichern.


Als Beispiele

Lasst eurer Fantasie freien Lauf und seid mal so richtig schön dagegen. Aufregen. Demonstrieren. Protestieren. Blockieren! Herrlich!

LPW 2010 – Tag 2 (3.7.)

Irgendwas rumort im Zimmer. Es ist Konrad, der grade gehen will. Ich frag ihn wieviel Uhr es ist. Halb acht.
Ok, dann steh ich auf und geh duschen. Dort treffe ich Elias, der mich warnt, dass das Wasser noch kalt wäre. Pfff. Weichei!
Nachdem duschen laufe ich Mona und Stefan über den Weg und entschließe mich spontan eine Runde mit den beiden zu schwimmen und noch nicht zu frühstücken. Morgens um 8 im Edersee zu schwimmen hat was 🙂
Nachdem Frühstück geht’s in den Arbeitskreis. Kommunale Finanzen. Nora steigt mit uns ganz langsam in das Thema der kommunalen Finanzierung ein. Dann kommt unsere Referent, ein Kreistagsabgeordneter der FDP aus Waldeck-Frankenberg, der nicht nur unglaublich viel weiß, und das auch noch unglaublich gerne erzählt, sondern uns auch einen Einblick in einen Kreishaushalt gibt. Viel Spielraum haben die Kommunalpolitiker nicht. Zustimmendes Nicken und Beispiele bestätigen die Ausführungen von Herrn Ley. Ob aus Friedberg, Gelnhausen, Bad Homburg, Groß-Umstadt, der Wetterau, Darmstadt-Dieburg oder eben Waldeck-Frankenberg. Jede Stadt und jeder Kreis in Hessen hat in etwa dieselben Probleme.
Wir verabschieden unseren Referenten und fangen an, uns über die Verbesserung der kommunalen Finanzen Gedanken zu machen. Schnell kommen wir drauf, dass es die Gewerbesteuer ist, die Probleme macht. Verschlimmbessern ist nicht wirklich JuLi-Art: Also müssen wir die Finanzierung komplett umbauen.
Wir diskutieren verschiedene Vorschläge, die Nora in einem Papier zusammengefasst mitgebracht hatte. Die Grundlegende Idee ist es, den Kommunen einen Teil der Einkommenssteuer zu geben und die Gewerbesteuer abzuschaffen, da sie viel zu volatil ist. Wir debattieren nach dem Essen weiter.
Vielleicht am See? Gute Idee! Wird der Kommunalanteil flat oder progressiv? Wollen wir eine Unternehmenssteuer, die Einkommens- oder Körperschaftssteuer für Unternehmen ersetzt? Fragen über Fragen.
Um ca. halb drei machen wir erstmal Pause und gehen ein Runde schwimmen. Hendrik und ich sogar bis zum gegenüberliegenden Ufer, hin und zurück ca. 400m. Schnell raus und abtrocknen. Das Viertefinale Deutschland gegen Argentinien beginnt. Rudelgucken im großen Speisesaal der Jugendherberge zusammen mit den anderen Gruppen. Lauter Jubel und Fangesänge (“Einer geht noch! Einer geht noch rein!”) schallen über den Edersee. Herrlich. 4:0. Was für ein Spiel!
Nichtsdestoweniger sind wir ja allesamt Jungpolitiker und haben Spass daran, über kommunale Finanzen zu reden. Also geht’s wieder Richtung Ederseeufer und wir diskutieren weiter. Immerhin anderthalb Stunden, lassen wir uns weder von Bremsen, den JuLis aus dem AK Integrationspolitik noch von unserem fischefangenden Landesvorsitzenden vom Arbeiten abhalten. Dann wird endlich gegrillt! Heinrich Heidel MdL ist zu Gast und hat Steaks und Würstchen dabei.
Die Party ging bis spät in die Nacht, bis sie ein wenig rüde vom Herbergsvater unterbrochen wurde.
Blöd, wenn man den Ärger abbekommt, obwohl die polnische Musikgruppe auf einmal mit dem Akkordeon anfängt und wir JuLis nur amüsiert zusahen. Sei’s drum. So gegen 2 Uhr nachts war auch für mich der zweite LPW-Tag vorbei.

LPW 2010 – Tag 1 (2.7.)

Es ist mal wieder LPW. Aus ganz Hessen machen sich JuLis auf, um am Ederseee 2 Tage lang gemeinsam zu debattieren, zu feiern und Spass zu haben. So auch ich.
Zusammen mit Bernhard und Mitch machen wir uns auf den Weg.
Und da mal wieder auch Ferienanfang ist Hessen (und Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg) waren die Autobahnen dicht. Unter anderen auch die A5. Da standen wir zwischen dem Westkreuz Frankfurt und Friedberg so etwa anderthalb Stunden im Stau. Fängt gut an…
Dann lief’s aber, wenn man vom Baustellenstau vor Marburg absieht, der eigentlich immer da ist.
Kurz vor der Jugendherberge war dann auf einmal die Straße gesperrt. Konjunkturpaket lässt grüßen. Anders als in Südhessen, gibt’s aber nicht 3m weiter eine Straße, die in die selbe Richtung führt. Also sind wir einen etwas größeren Bogen gefahren.
Schließlich kamen wir doch an und haben sogar noch etwas zu essen bekommen. Anschließend gingen wir zum Rest der JuLis in den Hauptseminarraum, wo die obligatorische Begrüßungs- und Vorstellungsrunde stattfand. Danach sind wir ans Ufer des Edersees und Lasse erzählte diverse Geschichten und Anekdoten aus dem Bundesvorstand, von seinem Wahlkampf mit Leif und alles lose verknüpft unter dem Stichwort „Innerverbandliche Demokratie“.
Bis 2 Uhr hingen die meisten noch am (auch im) Edersee oder im Seminarraum ab. Dann ging’s ins Bett. Wir wollten ja früh aufstehen und Politik machen 🙂

Tolles Landesprogrammatische Wochenende der JuLis

Am letzten Wochenende (10.-12.7.) war ich in Vöhl am Edersee. Präzise gesagt in der Jugendherberge “Hohe Fahrt”. Da fand nämlich das LPW der JuLis Hessen statt und für sowas fahr ich auch 200 km in die nordhessische Pampa (die übrigens sehr schön ist… *g*).

Hübsch der Reihe nach.

Freitag Mittag:
Von der Uni (Mainz) nach Umstadt, dort schnell umpacken und ab nach Vöhl. Gut, dass mein Navi keine Umlaute kann… Und “Voehl” gabs nicht. Also Frankenberg programmiert. Und los geht’s. Kurz vor dem Hanauer Kreuz: Stau… Fängt also gut an. War aber nicht so schlimm. Beim Langenselbolder Dreieck war schon wieder alles vorbei. Vielleicht sollten wir das nächste LPW nicht unbedingt auf den hessischen Sommerferienbeginn legen. Danach Richtung Gießen und Marburg, nochmal kurz Stop & Go auf der B3 vor Marburg, danach ist wirklich nur noch Landschaft. Aber sehr angenehm zu fahren. Kurz vor Frankenberg komme ich noch auf die Idee mal “Hohe Fahrt” ins Navi einzutippen. Und siehe da. “Die Route ist berechnet”. Dass es sich aber dann noch über eine halbe Stunde zieht hätte ich nicht gedacht.
Um Punkt 18h war ich dann da. Und werde von einer Horde Marburger begrüßt 🙂 Alle Formalitäten erledigen, Tasche herschleppen, JuLis begrüßen. Aaah, das wird ein geiles Wochenende! Zumal ich überrascht war Handyempfang zu haben, also twittern konnte.
Nach dem Abendessen plaudert Lasse aus dem Nähkästchen über seine Kaukasusbesuche, über Spione, Zollschikanen, Staubpisten, hermetisch abgeriegelte Grenzen und Koriander. Sehr interessant mal von anderen “JuLis” zu hören, die unter wirklich widrigsten Bedingungen Politk machen müssen.
So langsam geht’s in den gemütlichen Teil über, ich mache Scherze und Unsinn mit Dennis (Echt jetz, Junge!), Kirill und Hendrik und schaue mir Birgits Fotos aus Afrika an. Suuuuuper! Da bekommt man Lust selbst hinzufahren.
Um etwa halb zwei liege ich dann im Bett und stelle meinen Wecker auf 7:15. Brutal, aber notwendig. Immerhin bimmelt er mich mit Chicane’s Klassiker “Offshore” wach. Da macht das Aufstehen gleich viel mehr Spass!

Samstag:

War nicht der erste in der Dusche. Dennis war schneller. Frag mich nicht, wie der das gemacht hat… Auf dem Weg zum Frühstück Frühaufsteherin Wiebke gesehen und gewunken. Hab mir gedacht, sie wird wohl auch auf dem Weg zum Frühstück sein. Dort angekommen bin ich aber alleine… Hm… Später stellt sich herau, Wiebke war joggen… Elender Gesundheitswahn 🙂 Frühstück lecker, danach ab in den AK Familienpolitik. Wir debattieren über die Vorgaben des Bundesverbandes, um in das Thema reinzukommen. Größter Streitpunkt war, ob wir “Familie” definieren, egal wie. Wir einigen uns auf eine Definition, die es offen lässt, was eine Familie denn genau ist. Jeder versteht schließlich etwas anderes darunter.
Dann referiert Anne über die steuerliche Situation. Wir diskutieren die Besteuerungsvarianten (Ehegattensplitting, Familienrealsplitting, die Auswirkungen des FDP-Modells, etc.). Wir einigen uns relativ schnell darauf, dass wir eine Individualbesteuerung haben wollen, um die Bevorzugung der Ehe zu beenden. Da passt dann auch das Bürgergeld perfekt rein. Die Debatte drehte sich dann darum, wie das Bürgergeld ausgezahlt werden soll. Wir kamen dann überein, den größten Teil monetär auszubezahlen und einen kleineren Anteil als Gutscheine für Lehrmittel, Vereinsmitgliedschaften, etc.
Zwischendurch wurde der LaVo zum schwimmen abkommandiert. Dummerweise war das Wetter eher mies (Nieselregen, kühl, grau, bäh!), insofern fiel das gemeinsame Chillen am “Strand” aus. Aber die verlängerte “Kippenpause” nutzten viele JuLis (auch ich), um sich über die Debatten im jeweils anderen AK (für mich also der AK Direkte Demokratie) zu informieren.
Gegen 18 Uhr ging es dann in den obligatorischen Grillabend über. Auch wenn die würstchen stellenweise zu schwarz waren, mit ein bisschen Senf (=gelb) bekommt man auch das hin 😉 Wieder jede Menge Zeit, um Unsinn zu machen und Kirill das Gaius-Pupus-Thema aus Asterix erobert Rom als Ohrwurm zu verpassen *hihihihi*. Dieter, Chris und ich fachsimpeln über Wirtschaft, die Profs aus Darmstadt, Juristerei und Spieltheorie. Und irgendwann ist es wieder halb zwei. Und wieder steht mein Wecker auf 7:15 Uhr. Ich freue mich auf “Offshore” und schlafe ein.

Sonntag:

Diesmal bin ich der erste in der Dusche. Davon kann ich mir zwar nix kaufen, aber ich wollte es mal erwähnen. Das Frühstück ist etwas länger, aber um 9 Uhr sind wir dann doch wieder in den Arbeitskreisen und debattieren nach einem Vortrag von Hendrik über frühkindliche Bildung. Leider mussten wir die Diskussion abbrechen, weil wir bis 12 Uhr aus dem Seminarraum raus mussten. Naja… dafür gibt’s ja LaKos 🙂
Nach einem kurzen Abschluss- und Kritikplenum fängt die große Heulerei an, weil man sich von einander verabschiedet.

Im Auto denke ich mir, dass ich nicht so oft am Edersee bin, und fahr deswegen nochmal an die Talsperre und knipse ein paar Bilder. Die Talsperre selbst, war aber komplett zugeparkt, also habe ich nur den See an sich geknipst. Ein paar Kilometer vor der Talsperre war jede Menge Platz.

Schön war’s! Ich komme nächstes Jahr wieder! 🙂