Tja

Tja.

Das war mein erster Gedanke, als ich gestern zuerst vom Ergebnis der FDP bei der Bundestagswahl gehört hatte.

Tja im Sinne von „Ich hab’s ja gesagt“. Aber auch Tja im Sinne von „und was jetzt?“

Ich will noch einmal die kapitalen Fehler der FDP rekapitulieren. Das Ergebnis der FDP und das Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag ist keine Momentaufnahme, das war ein Untergang mit Ansage. In den vergangenen vier Jahren hat bei der FDP aber auch wirklich gar nichts gestimmt. Auftreten in der Koalition, Personal, Programm, Kampagne, Strategie – alles versemmelt.

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Leseempfehlung „Das FDP-Problem der Demoskopen“

Im Cicero schreibt der Mainzer Politikwissenschaftler Thorsten Haas über statistische Ungenauigkeiten und das Problem eine „gute“ Stichprobe zu erwischen. Er erwähnt den Begriff Konfidenzintervall nicht, aber es ist genau das Problem, das er beschreibt.

Haas: Das FDP-Problem der Demoskopen

Während die Wahlumfragen (oder generell alle Umfragen und statistischen Erhebungen) den Eindruck von präzisen Messungen erwecken, wird dabei gerne unter den Tisch gekehrt, dass die präsentierten Zahlen selbst zufällig sind und eine gewisse Schwankungsbreite haben.

Prof. Haas erklärt das Problem anhand der Umfragewerte der FDP. Aber es gilt natürlich genauso für alle anderen Parteien. Nur wer versteht, was Haas schreibt, ist überhaupt in der Lage Umfragen (oder generell Statistiken) korrekt zu bewerten. Eigentlich ist es traurig, dass das mathematisch-statistische Wissen im Volk als so gering eingeschätzt wird (wie groß ist der Fehler?), um einen solchen Artikel zu rechtfertigen. Daran ist aber nicht nur die bedauernswerte Mathe-Unlust oder „schlechte“ Schulbildung schuld. Maßgebliche Verantwortung tragen auch Nachrichtensendungen, Zeitungen und im Rahmen der Bundestagswahl auch die Meinungsforscher: Würden diese jeweils das Konfidenzintervall oder wenigstens die Standardabweichung angeben, wäre schon viel geholfen.

Gedanken zur Bundestagswahl

Das Reichtstagsgebäude 2013
Das Reichtstagsgebäude 2013

Auf meinem Schreibtisch liegen seit etwa vier Wochen die Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl. Noch sind sie nicht ausgefüllt.
Es ist meine dritte Bundestagswahl und die bisher schwierigste. Leider liegt die Schwierigkeit nicht darin den besten Kandidaten für Mainz und die beste Partei für Deutschland zu finden, sondern eher darin Schadensbegrenzung zu betreiben.
Meine politische Überzeugung ist die eines klassisch Liberalen, sowohl was Gesellschaft als auch Wirtschaft betrifft. Ich brauche also eine Partei, die sowohl für Bürgerrechte als auch für wirtschaftliche Freiheit eintritt.

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