Otmar Issing über das Überdehnen der Politik

Gerade habe ich diesen schönen Satz von Otmar Issing in einem Aufsatz über die Unabhängigkeit der Zentralbank gelesen:

The temptation to extend the political sphere into all areas of life is inherent in any democracy. At the end of this process is an overtaxing of the policy-makers, as a consequence of which there is a risk that people will be disappointed about dashed expectations, and thus of democracy being put in jeopardy.
— Otmar Issing, 1993
in “Central Bank Independence and Monetary Stability”

Dieser Satz bringt, gerade vor einer Bundestagswahl, zum Ausdruck, was Politik zu leisten vermag und was nicht. Es sei denjenigen zum Denken gegeben, die bei jedem Problem “Da muss man doch was machen!” rufen.

Was denkst Du? Wo sind die Grenzen zwischen Politik und Privatem? Was kann und was sollte nicht politisch sein? Ich freue mich auf Kommentare.

Antwort auf Nicolais Bemerkungen zu „Klarstellung zu Transfers“

Nicolai hat meinen letzten Artikel zu Transfers zum Anlass genommen, etwas zu einem kleineren Punkt des Artikels zu schreiben. Ich schrieb, dass ich die Targetsalden für implizite Transfers halte, dem Nicolai in seinem Blog widersprach. Sein Artikel: http://nhaehnle.blogspot.de/2013/07/transferzahlungen-und-targetsalden.html

Weil das Kommentarsystem von Blogspot unglaublich erbärmlich ist (Nur 4096 Zeichen; kommt weder mit meiner WordPress-OpenID noch mit meinem Google-Konto klar), habe ich auf seinen Kommentar hier im Blog geantwortet. Meine Ausführungen sind aber etwa länger geworden und da dachte ich mir ich kann es auch gleich als Artikel posten – leicht redigiert, versteht sich.

Nicolai schreibt, dass der Targetüberschuss der Bundesbank die Nettoüberweisungen der Rest-Eurozone nach Deutschland widerspiegelt. Stimmt soweit.
Weiterhin seien die Targetsalden nur ein Verrechnungsposten. Stimmt so halb.
Worauf er hinaus will, ist (imho) die Spiegelbildlichkeit von Leistungsbilanz und Kapitalbilanz. Jedem Posten der Leistungsbilanz steht ein gleich hoher negativer Posten in der Kapitalbilanz gegenüber. Deutschland importiert in der Tat Vermögenswerte.
Nicolai bleibt aber leider bei der (völlig richtigen) oberflächlichen Interpretation stehen. Das Problem geht aber noch weiter.

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Klarstellung zu Transfers

Ich hatte neulich geschrieben, dass man mit Transferzahlungen innerhalb der Eurozone, die Leistungsbilanzunterschiede sowohl mechanisch als auch ökonomisch beheben könnte. Nun, daran hat sich nichts geändert, aber ich will dennoch eine kleine Klarstellung liefern, was Transfers eigentlich bedeuten.

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