Umzug und neue Ausrichtung

Herbert Grönemeyer sang 1998 in “Bleibt alles anders” die folgende schöne Zeile:

Stillstand ist der Tod. Geh voran. Bleibt alles anders.

So ist es auch mit meinem Blog. “Bens kleiner Blog” ist nicht mehr. Ich habe mich entschlossen meinen Hauptblog simpel nach mir zu benennen nur noch über Politik und Wirtschaft zu schreiben. Du erreichst meinen Blog wie gewohnt unter benjaminschaefer.de,  da ich aber nicht weiß, was ich mit meiner Domain noch so alles anstellen will, solltest Du Dir die eigentliche Blog-Adresse blog.benjaminschaefer.de als Lesezeichen setzen. Die RSS-Feeds haben sich ebenfalls dahingehend geändert. Unter blog.benjaminschaefer.de/feed gibt es den normalen Artikelfeed und unter blog.benjaminschaefer.de/comments/feed den Kommentarfeed.

Außerdem blogge ich seit Anfang März auch im neuen INSM-Blog “Ökonomie verstehen”. Ich weiß noch nicht, ob ich meine Artikel dort auch hier veröffentlichen darf, aber verlinken werde ich sie auf jeden Fall. Natürlich gibt es auch hier wieder RSS-Feeds. Unter blog.insm.de/feed/ ist der gesamte Blog abrufbar, unter blog.insm.de/author/benjaminschaefer/feed/ nur die Artikel aus meiner Feder.

Weiterhin wirst Du bemerkt haben, dass einige meiner Artikel auch im österreichischem Wirtschaftsblog zuwi.at erschienen sind. Da ich gerade am Links verteilen bin: Du findest den RSS von zuwi.at unter zuwi.at/feed/

Ich höre natürlich nicht auf über Linux, Freie Musik, Fotografie, Nerdkram und anderes Zeug zu schreiben, das mich beschäftigt. Nur habe ich das in meinen Tumblr ausgelagert, den Du unter benskleiner.tumblr.com findest. Dazu gibt es natürlich auch einen RSS-Feed unter benskleiner.tumblr.com/rss.

Ich hoffe, Du bleibst mir als Leser im Blog und/oder in Tumblr treu.

Nach der Wahl im Saarland

… wird Angela Merkel sich freuen können. Die CDU unter Frau Kramp-Karrenbauer führt die Große Koalition mit Herrn Maas’ SPD, wie angekündigt und vermutlich aus dem Kanzleramt laviert – zu unsinnig und nichtig war der Neuwahlgrund. Frau Merkels Freude sollte aber vorsichtig sein. Zu phyrrisch ist der Triumph der Union.

Interessanterweise ist die sich im Niedergang befindende FDP das Zünglein an der Waage – da sie als Partner der Union ausfällt. Die Politstrategen im Konrad-Adenauer-Haus haben sich ziemlich verzockt. Die Union hat die nach der Bundestagswahl 2009 ungewöhnlich starke FDP zu sehr zusammengestutzt – wobei die FDP durch haarsträubende Fehler aber auch selbst gut mitgeholfen hat. Die Idee, die Liberalen vom hohen Ross zu holen und wieder zum klassischen 8%-Mehrheitsbeschaffer zu machen, lief zu gut. Die Union hat durch ihr striktes Nichtentgegenkommen in zentralen FDP-Themen sich selbst eines Koalitionspartners beraubt. Merkels Machtoptionen haben sich enorm ausgedünnt.

Nach dem katastrophalen Abschneiden der FDP und dem Ende von Jamaika im Saarland und Schwarz-Grün in Hamburg bleibt für die Union auch nur die SPD als einzige Machtoption. Insbesondere in Schleswig-Holstein bestimmt dieser Gedanke wohl die Koalitionsarithmetik. Im Norden fehlt der CDU nach der Wahl wohl auch die FDP als Mehrheitsbringer, es wird also in Kiel, wie in Saarbrücken auf eine große Koalition hinauslaufen.

Auf Nordrhein-Westfalen wird das Ergebnis von der Saar kaum Auswirkungen haben. Wenn man einen solchen Dilettanten wie Norbert Röttgen ins Rennen schickt, dann ist das aber kaum verwunderlich. Die einzige Machtoption, die der Union an Rhein und Ruhr bleibt ist wohl Juniorpartner der SPD – eine Rolle, die Frau Kraft aber den Grünen zugedacht hat.

Das werden Sigmar Gabriel und seine Genossen ähnlich sehen und als Bedingung für den Machterhalt der Kanzlerin wohl eine weitere Sozialdemokratisierung der Union fordern. In der Union stehen mit Frau von der Leyen und Herrn Röttgen auch die richtigen Sozialdemokraten zur Stelle, um das linke Profil der Union zu schärfen. Die Union verrät aus dieser notgedrungenen Zuwendung zur SPD ihren konservativen, marktwirtschaftlichen Markenkern. Es ist wohl einzig Frau Merkels Kanzlerschaft, die die Union zusammenhält und Flügelkämpfe verhindert. Von daher heißt der eigentliche Wahlsieger heute Abend SPD, auch wenn sie „nur“ Juniorpartner werden wird. Ob die Unionsstrategen das verstehen?

Der zweite Wahlsieger sind die Piraten, die nach Berlin in einen zweiten Landtag einziehen – sogar in einem Flächenland im Westen. Ob die Piraten diese Begegnung mit der Wirklichkeit politisch überstehen bleibt abzuwarten. An der Spree ist die Piratenfraktion eher eine Chaostruppe, aber Berlin ist in vielerlei Hinsicht politisch anders als der Rest der Republik. Von daher ist das, wenn auch kleine, Saarland deutlich repräsentativer als die Hauptstadt. Fest steht nur, das von nun an die Piraten keine obskure Kleinpartei mehr ist, sondern eine ernstzunehmende Kraft im politischen Mainstream der modernen Bundesrepublik.