La Royale – Bitch Disco [ru07]

Heute bin ich über das mexikanische Netlabel Ruter gestolpert. Und herrlicherweise gibt’s da Deep House 🙂 Besonders die Nummer 7 mit dem etwas anstößigen Namen “Bitch Disco” von La Royale fällt auf. Nicht nur, weil sie Netlabel-untypisch Albumlänge hat sondern auch, weil hier Deep House vom Feinsten geboten wird.
Das Album beginnt mit “Evans”einem gesampleten Klavier, entspannten Saxophon und sanft einfahrenden Beats. Ein schöner Eröffungstitel, sowohl für dieses Album als auch für ein Deephouse-Set.
Passend zum verkorksten Sommer 2011 regnet es in “Weather”. Aber nicht lange und die Rhodesakkorde und Beats lassen die Sonne aus den Boxen scheinen. Schade, dass da nicht noch mehr kommt, so dümpelt der Titel etwas spannungslos in der Gegend herum. “Disco Keith” setzt ganz auf gesampleten Jazz. Grooves, Akkorde und Klaviersoli über einem schicken Housebeat. Macht Spaß!
Wer dreht hier am Radio? “King” zelebriert den Klassiker der elektronischen Tanzmusik: Das Zappen durch die Radioprogramme samt Störgeräusche bis es endlich einen Sender gibt, auf dem es losscheppert.
“Red/Naked” ist wohl eine Art Intermezzo. Mit gerade mal zweieinhalb Minuten Samples und Radio gehört es wohl zu “King” als Gesamtkunstwerk.
Gesamplet geht es zurück ins Jahr “1951”, auch hier gibt es wieder Jazzgrooves im modernen Housegewand zu hören.
Etwas abrupt beginnt “Peccary” mit einem repetitiven Saxophon-Sample, dem sich schnell Beats, Akkorde und zum ersten mal Synthesizersounds dazugesellen.
“Runaway” hat es in der Tat eilig und ist mit viereinhalb Minuten einer kürzeren Titel des Albums. Treibende Beats, jazzige Orgelsounds und eine Frau, die irgendwas unverständliches vor sich hinbrabbelt. Nice 🙂
Gegen Ende des Albums ist es vorbei mit der Entspannung. “Stay” legt ein ordentliches Tempo vor, dennoch sind die albumtypischen Elemente der gesampleten Jazzsounds unverkennbar.
Der Schlusstitel “Morphine” fällt etwas aus der Reihe, ist damit aber wohl der interessanteste Titel des Albums. Eher techhousig und deutlich elektronischer als die anderen neun Titel bildet er einen stark kontrastierenden Abschluss.

La Royale – Bitch Disco [ru07]
Anspieltipp: Morphine

Eine 14 Billionen Dollar Posse

In der USA lässt sich gerade eine Tragikomödie zur besten Sendezeit betrachten. Ich habe nur irgendwie den Verdacht, dass es kein Happy End geben wird.

Seit Wochen schon streiten Demokraten und Republikaner über das Anheben der Schuldenobergrenze. Passiert das nicht vor dem 2. August 2011, kann die USA einen Teil ihrer Ausgaben nicht mehr decken. Den Analysten von Standard & Poor’s war das schon etwas länger klar, deswegen schossen sie der US Regierung am 18. April 2011 einen Warnschuss vor den Bug und stuften die Entwicklungsaussicht der Bonität auf „negative“ herab. Aber ganz offensichtlich ist das nicht genug gewesen.

Ein Teil des Problems lässt sich mit Triffin’s Dilemma erklären, aber nicht alles. Die Amerikaner müssen sich darüber klar werden, dass man einen Staat nicht auf Dauer mit Schulden finanzieren kann, auch wenn die Refinanzierungskosten für die USA besonders niedrig waren. Es ist viel zu gefährlich, sich auf eine unsichere Variable wie das Wirtschaftswachstum zu verlassen, um die Schuldenlast – zumindest theoretisch – im Einklang mit den Einkommen der Volkswirtschaft zu halten. Insofern sind die Vorschläge von republikanischer Seite, die Ausgaben zu kürzen völlig richtig. Aber auch die Republikaner müssen sich dran gewöhnen, dass auch beim Militär der Rotstift bei überteuerten, nutzlosen Projekten angesetzt wird. Und die Demokraten müssen in den sauren Apfel beißen, dass die Probleme der USA nur mit Einschnitten in das Sozialsystem gelöst werden können. Auf der anderen Seite müssen die Republikaner wiederum einsehen, dass Steuererhöhungen – und sei es auch nur durch das Stopfen von Steuerschlupflöchern – notwendig sind um den Haushalt auf solide Beine zu stellen. Beide Seiten müssen ab und zu geben. Doch gerade beim ultrakonservativen Arm der Republikaner, der Tea Party, sehe ich keinerlei Kompromissbereitschaft. Das Verhalten dieser neuen Bewegung ist wohl bestenfalls fanatisch und uneinsichtig. Realitätsblind und autistisch wäre aber treffender. Diese Eiferer gefährden nicht nur die Stabilität der USA, sondern auch die Stabilität des gesamten Weltwirtschaftssystems. Die prekäre Haushaltslage – an der republikanische Regierung nicht völlig unschuldig sind, um es mal vorsichtig auszudrücken – für politische Kraftspielchen zu nutzen ist verantwortungslos. Eine langfristige Lösung für den Schuldenabbau ist bitter nötig.

Doch zuvorderst muss die USA den drohenden Zahlungsausfall abwenden. Doch ich fürchte, selbst wenn das Reprästentantenhaus und der Senat die Schuldenobergrenze anhöbe und die USA handlungs- und zahlungsfähig bliebe; der Schaden ist bereits entstanden. Es ist nicht mehr undenkbar, dass die USA den Zahlungsausfall erklären. Das „risikolose“ Ankerinstrument US-Staatsanleihe wird nicht mehr als risikolos wahrgenommen. Das Vertrauen in die Stärke der Amerikanischen Volkswirtschaft ist in Gefahr. Was passiert, wenn die Märkte das Vertrauen in ein Land verlieren lässt sich gerade – sozusagen im Labor – in Griechenland, in Portugal und in Irland beobachten. Die USA dagegen ist ein ungleich größerer Brocken. Ich würde es nicht ausschließen wollen, dass Ben Bernanke versucht die Inflation zu erhöhen, um so die Schuldenlast zu drücken. Das ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer und ein Schlag ins Gesicht aller Amerikanischen Sparer. Aber letzten Endes wohl einer der Auswege, wenn ein Haufen verantwortungsloser, konservativer Irrlichter weiterhin eine politische Lösung blockiert. Ob das im Sinne der Tea Party ist? Ich wage es zu bezweifeln.

Wäre es nur ein Problem in irgendeinem beliebigen Land, könnte es dem Rest der Welt relativ egal sein. Aber es ist die USA, deren Rolle als Land mit der Leitwährung eine ungleich andere ist. Fallen die US-Staatsanleihen auch nur für einen halben Tag aus, werden die Ratingagenturen die USA mit „Default“ bewerten. Dann können diese Anleihen nirgendwo mehr als Sicherheiten eingesetzt werden, um Geldpolitik zu betreiben oder Übernachtkredite zu besichern. Die Folge wäre eine Kreditklemme, gegen die der Bankrott von Lehman Brothers aussieht wie ein lahmer Kindergeburtstag. Doch damit nicht genug. China sitzt auf etwa 2,5 Billionen Dollar Fremdwährungsreserven, zwei Drittel davon in Dollar als US-Staatsanleihen. Fallen diese nun aus, sitzt China auf einem Haufen Schrott und kann die Kopplung des Yuan an den Dollar nicht mehr halten. Die Folge wäre eine massive Aufwertung des Yuan, was die chinesische Exportwirtschaft empfindlich treffen würde. Und die westlichen Importe. Dieser Fall des Dollar hätte die Flucht in andere Währungen, vermutlich in der Hauptsache den Euro zur Folge. Ein massiv aufwertender Euro ist angesichts unserer eigenen Schuldenprobleme wirklich das letzte was wir brauchen. Ich könnte noch ein paar Szenarien anreißen, um zu zeigen was für katastrophale Auswirkungen ein Zahlungsausfall der USA hätte, aber ich denke die generelle Richtung ist klar.

Selbst wenn die USA den Zahlungsausfall abwenden kann, muss sie eigentlich wegen der internen Querelen und dem langfristig nicht gelösten Schuldenproblem die Topnote AAA verlieren. Das wäre zwar bei weitem nicht so schlimm, wie ein Zahlungsausfall, aber schon schlimm genug. Die Renditen für die US-Staatsanleihe würden steigen und den Schuldenabbau noch schwieriger machen. Aber auch die Besicherung von Übernachtkrediten würde schwieriger. Vermutlich nicht im Ausmaß einer Kreditklemme, aber die Auswirkungen wären in der Realwirtschaft spürbar. Blöd für den schmalbrüstigen Aufschwung.

Normalerweise argumentiere ich gegen neuen Schulden, für die Begrenzung von Staatsausgaben und das erwirtschaften von Budgetüberschüssen. Aber dieses eine Mal wäre es hirnrissig, wenn der Kongress nicht einen der Kompromissvorschläge annehmen würde – auch wenn der Staat dabei neue Schulden aufnehmen wird. Aber offensichtlich ist es Menschen wie Frau Bachmann oder Herrn Boehner wichtiger sich selbst zu inszenieren anstatt Verantwortung zu übernehmen.

Max Cavalerra – Billones de rayos solares [brq75]

Wahnsinn! Progressive Trance auf Broque. Und was für scheppernde Tracks. Max Cavalerra hat seine Festplatte durchwühlt und dabei alte, unveröffentliche Tracks gefunden. Auf Broque sind nun fünf davon als “Billones de rayos solares EP” erschienen.
Die EP beginnt mit “Bienvenida Primavera”, einem treibenden Stück Clubmusik für die halbe Stunde vor Sonnenaufgang.
“Baila Baila” ist – der Titel verrät es bereits – für die Tanzfläche. Leider nichts spezielles. Aber für den gepflegten Rumms im Club geht das allemal.
Es geht weiter mit “La Apertura”, das schon in Richtung Techtrance driftet. Schöner Beat und volle Bässe.
Nummer vier ist “Vuelo cromatico”, ein mit Sphärenklängen durchsetzter Klangteppich aus Sägezahnbässen und.
Mit “Aurora celestial” findet die EP ihren housigen Abschluss. Modulierte Pads mit Fender-Rhodesakkorden unterfüttert, groovt sich den Schlusstitel in den Gehörgang.
Besonders die Nummer 1 “Bienvenida Primavera” hat es mir angetan: Progressive Trance aus dem Lehrbuch.
Nur das Cover hätte etwas hübscher sein können 🙂
Anspieltipp: Max Cavalerra – Bienvenida Primavera
Download hier: Max Cavalerra – Billones de rayos solares [brq75]

Unity und ich

Ich schreibe diesen Blogpost auf einer Classic Ubuntu 11.04 Sitzung, nachdem ich Unity zwei Monate lang dem Realitätstest unterzogen hatte. Ich habe unter Unity normal gearbeitet, alltägliche Aufgaben wie Surfen, E-Mails lesen, Dokumente erstellen, Videos schauen und Musik hören. Im großen und ganzen unterbricht Unity diese Aufgaben nicht sondern hält sich im Hintergrund. Auch die Umstellungen, wie auf ein globales Menü sind nicht das Problem. Die kleinen Dinge sind es allerdings, die Unity für mich nicht benutzbar machen. Ich bin auf einen klassischen Gnome 2 Desktop zurückgekehrt und hoffe, dass Gnome 3 mit Oneiric stabil läuft. Vielleicht werden auch die Fehler, Bugs und Nervigkeiten von Unity bis Ubuntu 12.04, immerhin eine LTS-Version ausgebügelt, sodass es für mich benutzbar wird. Unity hat – wie die Gnome-Shell – sehr gute und innovative Konzepte und es ist generell richtig heutzutage die althergebrachten Desktopparadigmen in Frage zu stellen und gegebenenfalls über Bord zu werfen. Ich bin Canonical auch gar nicht „böse“, dass Unity bereits in Natty der Standard-Desktop ist. Wären die Nutzer – wie ich – nicht mit Unity konfrontiert worden, gäbe es wohl kaum soviel Feedback. Was mich vielmehr stört, sind die „Unity stinkt“-Artikel, die „Canonical ist böse“-Posts und die „Echte Linux-User verwenden sowieso nur das Terminal“-Beiträge. Ganz im Gegenteil, Canonical hat mit Ubuntu das geschafft, was Red Hat, Mandriva, Fedora, Suse und Debian vorher nicht geschafft hatten: Eine (weitestgehend) einfach zu bedienende, optisch ansprechende und dennoch mächtige Linux-Distribution zusammenzustellen. Canonical gebührt deswegen konstruktive Kritik, ehrliches Feedback und Lob wo es angebracht ist. Flamewars und Getrolle hilft niemandem, am wenigsten der Freien Software.
Im folgenden nun meine konstruktive Kritik:

Global Menu

Prinzipiell ist das Global Menu eine recht gute Idee, um Platz zu sparen, aber es irritiert mich, dass die Menüeinträge nicht ständig sichtbar sind, wie unter Mac OS X (zumindest soweit ich mich an meine zwei Wochen Mac-Dasein erinnere…). Es wird allerdings immer etwas komisch bleiben, wenn ein Fenster nicht den gesamten Bildschirm einnimmt, dass die Menüs optisch und damit auch strukturell von der Anwendung getrennt sind. Das erste ist vermutlich nur die Sache der Implementierung und einfach zu bewerkstelligen. Das zweite ist ein Resultat des Konzepts von Global Menu. Ich würde es begrüßen, wenn die Menüs entweder in der Titelleiste einer Anwendung untergebracht werden (entsprechende Mock-Ups kursieren im Netz) oder aber in einem Menü-Button aufgehen, ähnlich wie im neuen Firefox oder Chrome. Diese letzte Option hat den Charme, dass man sich als Entwickler eher über die Notwendigkeit eines Menüeintrages Gedanken machen muss. Das könnte zur Entrümpelung der Menüs beitragen. Auf der anderen Seite ist es vielleicht eine unnötige UI-Einschränkung für mächtige Anwendungen, wie LibreOffice, Gimp, Inkscape, Scribus, Blender, Ardour, usw. Vielleicht würde eine doppelte API-Struktur, sowohl für herkömmliche Menüs (in der Titelleiste) als auch für Menü-Buttons sinnvoll sein. Aber das wird im aktuellen Entwicklungszyklus nichts mehr. Mit Ubuntu 12.10, das traditionell ein eher experimentelles Release werden wird, könnte man sich allerdings mit solchen Themen befassen.

Indicators

Eines vorweg: Ich liebe Indicators! Aber die Implementierung in Unity ist so seltsam, dass es keinen Spaß macht, sie zu benutzen. Vielleicht ist es ein Bug nur auf meinem System, aber einige Indicators reagieren manchmal nicht, erst das Anklicken eines anderen (z.B. des Me-Menüs) und dann den Mauszeiger zum eigentlich gewünschten Indicator bewegen, bringt das Menü zum Vorschein. Das ist einfach nur nervig und vor allem nicht reproduzierbar. Unter Classic Ubuntu tritt der Fehler nicht auf. Da es noch keinen entsprechenden Bugreport bei Launchpad gibt, werde ich mal einen einstellen.

„Invisible Window“-Bug

Oh, der berüchtigte „Invisible Window“-Bug. Ein ganz seltsames Ding. Das scheint aber an Compiz zu liegen, wenn man den Bugreport liest. Am geschicktesten wäre wohl hier, das Compositing nicht Compiz anzuvertrauen, sondern es von Unity selbst erledigen zu lassen. Ob das mit der angekündigten Umstellung auf Wayland noch was wird? Für mich ist es eigentlich DER Showstopper in Unity. Auf ein Fenster zu klicken und dabei die Funktion eines anderen Fensters auszulösen… Ich weiß, dass es ein Bug ist, aber im Netz nennt man so etwas Clickjacking und es gibt Tools, um sich davor zu schützen. Wie schnell hat man aus Versehen eine wichtige eMail gelöscht oder unwissentlichen einen Haken gesetzt, wo man besser keinen gesetzt hätte.

Lenses

Die Lenses sind ein tolles Konzept. Aber irgendwie inkonsequent. Ich als Terminalbenutzer habe kein Problem damit den Namen eines Programms in die App-Lens einzutippen und mich darüber zu freuen, dass ich schnellen Zugriff darauf habe. Warum funktioniert das nicht auch bei Ordnern? Einige Ordner werden angezeigt, wenn ich beginne den Namen zu schreiben. Andere nicht. Ich habe kein Muster erkennen können, was einen Ordner dazu bringt aufzutauchen bzw. was einen Ordner dazu bringt eben nicht aufzutauchen.

Der KDE-App-Bug

Setzt man KDE-Anwendungen ein, z.B. Akregator, dann verschwindet manchmal das Global Menu. Dieses Verhalten tritt auf, wenn man die betroffene KDE-Anwendung mit (X) in das Systray minimiert und dann von dort aus wieder aufruft. (siehe Bugreport). Ich hoffe dieses Verhalten wird für Oneiric behoben sein.

Das Systray

So genial die Indicators auch sind, deswegen das Systray für alle bis auf ein paar privilegierte Anwendungen zu sperren ist einfach nur eine Designfehlentscheidung. Ich weiß wie man das rückgängig macht und ich habe auch keine Angst vor Dconf, aber ich bin da nicht unbedingt repräsentativ. Ich verstehe die Absicht Canonicals die Systrayüberladung einzudämmen, aber wie auch in der Politik gilt hier, dass willkürliche Verbote mit willkürlichen Ausnahmen schlecht sind. Glücklicherweise sind Programmregeln deutlich einfacher zu implementieren als gewisse Politiken. Man könnte z.B. den Anwender fragen ob er es zulassen möchte, dass ein Programm im Systray auftaucht, wenn es sich installiert. Mit der Zeit bekommt man dann eine eigene, individuelle Liste an Systray-Symbolen, die man wirklich braucht.

Fazit

Unity ist ein notwendiger und richtiger Schritt hin zur Vereinheitlichung des klassischen mit dem mobilen Desktop. Es ist richtig von Canonical hier ein Ubuntu-Alleinstellungsmerkmal zu schaffen, dass modern, schlank, funktional und schick ist. Auch ist es richtig die Community früh damit zu konfrontieren. Aber angesichts der Bugs, die ich oben beschrieben habe – meiner Ansicht nach Showstopper – halte ich Natty für ein Release zu früh. Viele Benutzer haben sich von Unity abgewandt und werden wohl nicht zurückkehren oder Ubuntu vielleicht ganz den Rücken kehren. Ganz wie bei KDE 4.0. Ja, wer Stabilität will, sollte die LTS-Version wählen, aber zwischen Stabilität und Unreife liegen Welten. Unreife Software wird in den Alphas und Betas glattgebügelt. Und erst wenn sie reif ist, sollte sie in die Hauptveröffentlichung kommen. Dann wird die Software poliert, damit Sie stabil genug für die LTS ist. Hier liegt das Versäumnis: Unity ist nicht mehr instabil, aber auch noch nicht reif für eine reguläre Veröffentlichung, geschweige denn LTS. Es hätte sowohl der Software Unity als auch seinem Ansehen besser getan, wäre es als Option in Natty und nicht als Standard gewesen. Ich bin sicher Canonical lernt aus diesem Fehler. Unity hätte es verdient.

MathJax

Heute bin ich über die JavaScript-Bibliothek MathJax gestolpert. Und Hölle, ist das ein geiles Stück Software. Ok, das ist ein wenig nerdig, aber wie scharf ist das denn, wenn man LaTeX-Mathecode in HTML einbauen kann und das auch noch hübsch gerendert wird? Ja ich weiß, dass es auch MathML gibt, aber das wird von vielen Browsern noch nicht unterstützt. MathJax schon.
Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen. (Goethe – Faust, Vorspiel auf dem Theater.)
Als Einstieg mal was simples, die altbekannte pq-Formel
[x_{1,2}=-frac{p}{2}pmsqrt{(frac{p}{2})^{2}-q}]
Oder eine einfache intertemporale Eulerbedingung:
[frac{partial u}{partial C_{t}}=betacdot(1+r)cdotfrac{partial u}{partial C_{t+1}}]
Das war einfach. Jetzt nehmen wir doch mal die intertemporale Budgetbeschränkung des RC in einem Infinite-Horizon-Model mit endogener Produktion:
[overset{infty}{underset{s=1}{sum}}left(frac{1}{1+r}right)^{s-t}C_{s}=(1+r)B_{t}+overset{infty}{underset{s=1}{sum}}left(frac{1}{1+r}right)^{s-t}left(Y_{s}-I_{s}right)+underset{=0,textrm{ Keine Ponzi-Spiele}}{underbrace{underset{Trightarrowinfty}{lim}left(frac{1}{1+r}right)B_{t+T+1}}}]
Coole Sache, oder? Achja… MathJax steht unter der GPL bzw. LGPL und ist somit Freie Software 🙂