Selbsttest

Es müsste jetzt so etwa eine Woche her sein, als die Gnome-Entwickler bekannt gaben, dass im neuen Gnome3 standardmäßig die Minimieren- und Maximierenknöpfe aus den Fenstern entfernt werden. Sofort war die Community gespalten in die Toll-Finder und in die Ablehner. Blogposts schossen aus dem Boden, wie man die Buttons in den aktuellen Vorabversionen von Gnome3 wieder bekommen kann und wie man die Buttons in Gnome2 los wird.
Ich habe mich mal an einen der letzteren Blogposts gehalten und die Buttons bei mir weggeschmissen.

Und ich vermisse sie kein Stück.

Ehrlich. Es hat etwa einen Tag Umgewöhnung gebraucht, aber dann brauchte ich die Buttons nicht mehr. Maximieren geht per Doppelklick auf die Titelleiste und Minimieren mit der mittleren Maustaste. Auch das Ziehen des Fensters an den oberen Bildschirmrand funktioniert zum Maximieren, und durch das Wegziehen wird ein Fenster wieder klein.

Ich finde es gut, wenn mutige Entwickler mit alten Strukturen brechen und versuchen überflüssige Knöpfe, Schalter und sonstwas von modernen Desktops zu entfernen. Weniger Knöpfe, weniger Verwirrung, mehr Konzentration aufs Wesentliche. Zumindest in dieser Designphilosophie können sich die Linux-Entwickler gerne auf Apple beziehen.

Bet On – Final Checkpoint EP [deepx127]

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Der russische Deep House Act „Bet On“ hat wieder zugeschlagen. Und wie. 
Auf Deep-X Recordings ist das aktuelle Werk der Jekaterinburger als Nummer 127 zu hören. „Final Checkpoint“ schwankt zwischen elegantem Peaktime House („In The Club“) über entspannter Kopfhörermusik („Club Hero“) bis hin zu fiepigem Electrohouse (“I know you want me). 
Besonders der Eröffnungstitel “In The Club” hat es mir angetan: mit zwar nur guten viereinhalb Minuten kaum DJ-freundlich brennt hier aber ein Housefeuerwerk ab, bei dem endgültig klar wird, dass sich freie Musik nicht mehr kommerziellen Platten verstecken muss. Saubere Arbeit: wird definitiv gespielt!
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Der Imperativ des Westens

Noch vor einer Woche habe ich in Diskussionen über ein mögliches militärisches Eingreifen des Westens in Libyen Bedenken geäußert. Keine grundlegende Ablehnung, wohl aber die Mahnung zur Vorsicht. Das gilt immer noch, aber die Tendenz hat sich in Richtung Eingreifen verschoben.

Der Westen hat die moralische Pflicht dem Blutvergießen in Libyen entgegenzutreten, sowohl politisch, diplomatisch als auch militärisch.

Dennoch ist die Idee der USA, die Rebellen mit Waffen auszustatten wohl eher aus der Kategorie „Nix gelernt und die Hälfte wieder vergessen.“ Jedesmal, wenn die USA (der Westen) einen Haufen von Rebellen bewaffnet hat ging das gründlich in die Hose. Zumal es in Libyen auch nicht damit getan wäre, den Rebellen ein paar Maschinengewehre und Handgranaten zu liefern. Gaddafi greift die Demokratiebewegung mit Bombern und Hubschraubern an. Um sich dagegen zu wehren, müsste man die Rebellen mit Boden-Luft-Raketen, Panzerfäusten und eigentlich auch Kampfflugzeugen und -helikoptern ausrüsten. Und das steht wohl außer Frage. Die Amerikaner (und der Westen) haben Angst, sich nach Somalia, Afghanistan und Irak ein weiteres Mal in die Brennnesseln zu setzen. Doch es gibt andere Ideen.

Frankreich hat begonnen, den befreiten Städten Hilfsgüter, wie Essen und Medikamente zu liefern. Eine sehr gute Idee, die vom Rest der westlichen Welt unterstützt werden sollte. Gleichzeitig könnte der Ölhandel mit den befreiten Gebieten wie Tobruk und Bengasi wieder aufgenommen werden, um die Wirtschaft dort zu stützen.

Um die Demokratiebewegung vor Gadaffis Truppen zu schützen, sollte der Westen besser gestern als heute eine Flugverbotszone einrichten. Die Lufthoheit ist Gadaffis schärfste Waffe, die er gnadenlos einsetzt. Dabei wäre es ein leichtes für den Westen, ihm die Lufthoheit zu nehmen. Das schöne daran ist, dass es schon einmal funktioniert hat. Mit einer Flugverbotszone haben die USA und Großbritannien einst die irakischen Kurden vor Saddam Hussein beschützt.

Ein weiterer wichtige Baustein ist, dass die westliche Welt, aber auch Russland und China mit einer Stimme, nämlich dem UN-Sicherheitsrat, erklärt, dass sie das Blutvergießen in Libyen nicht hinnimmt. Daher muss der Sicherheitsrat schnellstmöglich eine Blauhelmmission auf die Beine stellen, die eine Flugverbotszone einrichtet und möglicherweise auch gezielte Angriffe auf Gadaffis Stellungen ausführt, sollte sich die Flugverbotszone als nicht ausreichend erweisen.

Die Vereinten Nationen haben als einzige die Legitimation solche Eingriffe in die Souveränität einer Nation zu beschließen. Und der Westen als Verteidiger der Menschen- und Bürgerrechte hat den Imperativ dafür zu sorgen, dass die UN das auch tun.

Rochade

Diese Unionsleute. Die sind so klasse! Die können alles. Grad eben noch Innenminister und jetzt schon mit Außen- und Sicherheitspolitik beschäftigt. Top!
Wer den Sarkasmus noch nicht erkannt hat, dem sei jetzt ein entsprechender Hinweis gegeben.
Mal im Ernst: Offenbar ist das Personal der Union so beliebig austauschbar, dass es kein Problem ist den Innenminister mal eben so zum Verteidigungsminister zu machen. Warum rückt hier keiner der Staatssekretäre nach? Oder sind das auch eigentlich alles Innenpolitiker, die durch Zufall im Verteidigungsministerium gelandet sind? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…
Und Hans-Peter Friedrich soll also neuer Bundesinnenminister werden. Ob es klug ist, einen “Outsider” zum Minister zu machen, nur um dem fränkischen Regionalproporz gerecht zu werden, sei mal dahingestellt. Einen der Staatssekretäre, der in der Arbeit des Innenministeriums drinsteckt nachrücken zu lassen hielte ich auch hier für die geschicketere Lösung. Aber neee…

Von Frauen und Männern

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Frauen und Männer sind unterschiedlich. Ich denke, dass diese These unstrittig ist. Daraus unterschiedliche Rollenbilder abzuleiten dagegen ist falsch und glücklicherweise Schnee von gestern. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten für alle, soweit so gut.
Gestern hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Versicherungen Männer und Frauen nicht unterschiedlich stark für dieselbe Leistung zur Kasse bitten dürfen, unabhängig davon, dass Männer sowohl beim Autofahren als auch bei Erkrankungen im Durchschnitt riskantere Versicherungsnehmer sind. Zwei Gründe sprechen gegen diese Sicht.
Zum einen ist es ein Eingriff in die Privatautonomie der Versicherer. Wenn ich als von Männern einen höheren Beitrag zur Kfz-Versicherung fordere, weil die statistisch mehr Unfälle bauen, dann ist das eben so. Der Staat hat kein Recht, die Entscheidung der Privaten in Frage zu stellen. Wohlgemerkt: Der Privaten. Der Staat selbst als öffentlicher Akteur muss Frauen und Männer gleich behandeln. Hier tritt der fundamentale Unterschied zwischen Privaten und Öffentlichen zu tage.
Zum anderen sorgt die Geschlechtergleichschalterei mal wieder für Wohlfahrtsverluste, diesmal für die weibliche Seite der Bevölkerung. Die Frauen müssen aufgrund dieses Urteils wohl in Zukunft dasselbe bezahlen wie die riskanteren Männer. Ob das gerecht ist? Wohl kaum. Unstrittig dagegen ist, dass das den Frauen abgeknöpfte Geld an anderer Stelle in der Volkswirtschaft fehlen wird, während Versicherungen einen zusätzlichen Gewinn machen, ohne Leistung dafür zu erbringen.
Den EuGH trifft hier keine „Schuld“, die Richter haben nur klargestellt, was eh schon im Europäischen Recht steht. Es sind die Politiker, allen voran die Gleichmacher, die diesen Murks zu vertreten haben.
Als Schlussbemerkung sei vielleicht gestattet, dass Frauen jetzt einen Anreiz haben riskanter Auto zu fahren und ungesünder zu leben. Jeder mag sich selbst überlegen, ob das gesellschaftlich sinnvoll ist, oder nicht.