Willkommen in Matsch!

Nein, das ist kein Typo in der Überschrift. Ich habe beschlossen, die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz in Matsch umzubenennen. Mit den Stadtteilen Matschfeld-Matschenberg, Matschheim, Matschenheim, Matschenau, Matschesheim und Matschen.
Warum?
Nun ja. Weil’s passt.
Ein derart episches Versagen ist mir noch nicht untergekommen. Nichts ist geräumt, die Stadt versinkt im Schneematsch oder unter festgefahrenen Eisdecken. Kein Bus fährt und interessanterweise auch keine Räumfahrzeuge. Das kann nicht daran liegen, dass heute Sonntag ist. Wenn Taxis und PKWs, sowie Straßenbahnen fahren können, dann schafft es ein gut motorisiertes Räumfahrzeug alle mal. Oder sind die alle in Hessen in Einsatz, also wo sie gekauft und bezahlt wurden.
Matschland-Pfalz sollte sich mal Gedanken machen, ob die Milliarden aus dem Länderfinanzausgleich, nicht vielleicht auch dafür ausgegeben werden können, die Städte befahrbar zu halten. Ich habe im Radio gehört, dass auch in Koblenz und Trier keine Busse fahren. Hier werden die Prioritäten falsch gesetzt und der Länderfinanzausgleich zementiert diese Fehlanreize sogar noch. Bevor man an die Luxus-Probleme geht, sollte man erst mal die Grundlagen auf die Reihe bekommen. Zum Beispiel Straßendienst im Winter.

Über lupenreine Demokraten

Die Fußball-WMs 2018 und 2022 finden also in Russland und Katar statt. Bin ich der einzige, der es komisch findet, dass ausgerechnet die Außenseiter gewinnen? Könnte bei der FIFA vielleicht nicht ganz objektiv entschieden worden sein…?
Sei’s drum, bestochen oder nicht, finde ich es unter aller Kanone, dass zwei Länder, in denen fundamentale Menschenrechte verletzt werden, die Aufmerksamkeit der Welt bekommen. Das war schon bei den Olympischen Spielen in China Mist, auch da ging der Plan “Wenn die Weltöffentlichkeit zusieht, werden die sich schon benehmen.” nicht so wirklich auf. Die gesperrten Internetseiten und die Zwangsumsiedlung von Menschen hat die Welt schon wieder vergessen.
Hat die Welt auch schon wieder vergessen, dass in Russland Journalisten von Schlägertrupps des Kreml auf offener Straße erschossen werden und dass Russland, während besagter Olympischer Spiele Georgien überfallen hat? Ok, der georgische Präsident hat aber auch die Russen provoziert, aber nichts destoweniger gehört das Überfallen eines Nachbarlandes nicht zum außenpolitischen Repertoire einer freiheitlichen, modernen Demokratie.
Und ein Land wie Katar, in dem unliebsame Internetinhalte zensiert werden, Frauen nicht die gleichen Rechte genießen wie Männer und Homosexualität bei Strafandrohung verboten ist, fällt auch nicht gerade das Muster moderner Demokratien. Dass in Katar die Religionsfreiheit und die Meinungsfreiheit nicht gewährleistet ist, erwartet man leider schon.
Ich kann nur hoffen, dass Russland und Katar die Zeit bis zu den Weltmeisterschaften nutzen, um den Stand eines menschenwürdigen Rechtsstaates zu erreichen. Aber meine Hoffnung ist gering. Vielen Dank an die FIFA, für die Salonfähigkeit von autokratischen, menschenrechtsmissachtenden Regimen. Nicht.

Foto: http://www.flickr.com/photos/ksm/3885331278/

Nordisches

Auch wenn der Begriff “unterirdisch” zu den Äußerungen des schleswig-holsteinischen FDP-Chefs Kubicki besser passen würde. Sowohl Adressat, Formulierung und Zeitpunkt des Eindreschens auf die Bundesspitze der FDP sind bestenfalls ungeschickt.

Wer die FDP mit der DDR vergleicht, und sei es auch nur mit den Auflösungserscheinungen, die Herr Kubicki in seiner Partei entdeckt haben will, läuft medial total blind in der Weltgeschichte herum. Eine rechtsstaatliche Partei mit einem totalitären Unrechtsregime zu vergleichen, wird immer ein gefundenes Fressen für die Presse sein. Ob es die eigene Partei ist oder nicht, ein derartiger Vergleich ist einfach nur dämlich.
Darüber hinaus ist der Zeitpunkt denkbar ungeeignet. Die FDP beginnt (endlich!) in der Berliner Koalition mitzuregieren und der Union Grenzen aufzuzeigen, da braucht man keine Irrlichter, die öffentlich die Bundesspitze kritisieren. Zu Guttenberg hätte nie daran gedacht, die Wehrpflicht aussetzen zu wollen, wenn er nicht in der FDP einen Regierungspartner hätte, der das schon seit Jahren im Programm stehen hat. Frau Leutheusser-Schnarrenberger lässt den Bundesinnenminister bei schärferen (und unnützen) Anti-Terror-Gesetzen und der Vorratsdatenspeicherung auflaufen. Die Koalition bringt auf Druck der Liberalen Steuervereinfachungen auf den parlamentarischen Weg.
Freilich, das ist zu wenig, um dem eigenen Anspruch Reformpartei zu sein gerecht zu werden, aber im Vergleich zum ersten Regierungsjahr ein Riesenfortschritt für die FDP. Ermutigungen den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und von der Union noch mehr zu fordern, wären richtig gewesen. Herr Kubicki hätte besser daran getan, in seinem Interview den politischen Gegner anzugreifen, sei es im Bund oder im Land. Auch hätte er vom Koalitionspartner mehr fordern können.
Mir fallen zwei Möglichkeiten ein. Entweder hat hier jemand noch eine Rechnung mit Herrn Westerwelle zu begleichen. Dies auf Kosten der Partei zu machen ist schäbig. Oder, Herr Kubicki ist nur ein weiterer Spinner mit Geltungsbedürfnis. Seine eigene Glaubwürdigkeit kann er von mir aus gerne verspielen, aber an der Glaubwürdigkeit der FDP zu zündeln geht zu weit.

L’oniraunote – Les chimeres exquises [bube015]

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Budabeats ist wohl das Netlabel mit der unleserlichsten Homepage und den tollsten Veröffentlichungen in der Electronica/Lounge-Ecke. Eigentlich muss man hier gar nicht auf „vorhören“ klicken, sondern kann gleich herunterladen. Jedes der bisher 15 Alben des ungarischen Netlabels ist eine kleine Lounge-Perle. So auch die Nummer 15.
„Les chimeres exquises“ von „L’onriaunote“ schwankt zwischen entspannten Lounge-Beats und SimCity-Soundtrack. Ab und an hört man einen leichten orientalischen Einfluss. Jazz-Anleihen würzen die getragenen Streicher, beinahe wie Tango schweben die neun Titel des Albums zwischen Melancholie und erotischem Knistern. Ein ganz entspanntes Stück Musik zum Sehnen oder zum Zu-Zweit-Hören und Engtanzen. Gerne auch Tango, besonders bei „Hazim“.

Anspieltipps: Hazim, Fender Curry

Release-Seite bei Budabeats
MP3-Stream

Dr. Freebs – The freebie treat [iD.062]

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Die neue iD.eology, „The freebie treat“ von „Dr. Freebs“ ist ein Potpourri der verschiedensten Stile und Genres. Es beginnt funky, für einen Moment meint man Mousse T zu hören, oder war es James Brown? Egal, hier groovt es an allen Ecken und Enden. Dr. Freebs bittet erst auf die Tanzfläche und dann in die Chillout-Area. Es blitzen Ideen von Drum’n Bass und Trip Hop auf und gehen nahtlos in den tiefen Dub über, den man eher bei Supafeed aber nicht bei iD.eology erwartet.
Ich habe selten ein so abwechslungsreiches Album gehört, wie dieses. Und doch haben alle Titel den Groove gemeinsam. Vielen Dank an Dr. Freebs und iD.eology für dieses verfrühte Weihnachtsgeschenk!
Anspieltipp: The Love Lounge, mein persönlicher Favorit, aber der Titel ist wohl eher eine Art primus inter pares, da das ganze Album eigentlich voller Anspieltipps ist.

Release-Seite bei iD.eology

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