Von Servern, die laufen wie geschmiert

Ok, auch auf die Gefahr hin, dass das hier jetzt ein Frust-Post wird, weil der Terminalserver grad nicht funzt, muss ich diesen Gedanken jetzt mal aufschreiben:
In meiner Statistikvorlesung verwenden wir ein Statistikprogramm, dass zugegebenermaßen ziemlich gut ist. Leider nur ist es weder frei noch kostenlos, somit für den Einsatz an einer Universität reichlich ungeeignet. Ich kann es nur verwenden, wenn ich mich auf den Terminalserver der Uni einlogge oder direkt im PC-Pool sitze. So weit, so blöd. Warum man hier nicht das freie GNU R verwendet, das in der Bedienung genauso kryptisch ist, aber lizenzkostenfrei bleibt, ist mir schleierhaft.
Aber dass die Uni Windowsserver einsetzt, die offenbar nur langsam sein können und ab und zu mal abstürzen, ist mehr als ärgerlich. Warum wirft die Uni bzw. das Land Rheinland-Pfalz Geld für Windowslizenzen raus, wenn es ein Linux auch tun würde? Könnte es daran liegen, dass das Land einen Kooperationsvertrag mit Microsoft hat und die Lizenzen nachgeworfen bekommt? Man muss ja vermeiden, dass die armen Studis mit etwas anderem als Windows, Internet Explorer und MS Office konfrontiert werden… Zählt das als schmieren und geschmiert werden?

Die SPD, Realitätsferne und Videos am Sonntag

Die SPD in Hessen beweist sich einmal mehr als Partei, die vor lauter Linksparteihysterie völlig die Orientierung in unserer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts verloren hat.
Jetzt hat der Hessische Landtag einen minimalen Kompromiss für längere Ladenöffnungszeiten geschlossen (Die CDU wollte mit Rücksicht auf das C nicht mehr… sind halt eben Konservative…), der unter anderem vorsieht, dass Videotheken Sonntags öffnen dürfen.
“Ja, cool!”, sagt da der Liberale in mir. Endlich kann ich Videos am Samstagabend ausleihen und muss nicht um 5 vor 12 zur Videothek hetzen, um den Film zurückzugeben, weil ich sonst den Sonntag noch mitbezahlen müsste. Das mach ich ab sofort gemütlich am Sonntag morgen.
So jetzt kommen die üblichen Argumente von links, dass man das den Angestellten nicht zumuten könnte und dass uns der Sonntag nicht heilig sei usw.
Jetzt überlegen wir nochmal einen Moment und erinnern uns daran, dass wir in einer sozialen Marktwirtschaft leben, in der Preise, Arbeitszeiten und Löhne ausgehandelt und nicht verordnet werden. Die Konkurrenz auf dem Videomarkt ist riesig. Ich könnte auch genauso gut ins Kino gehen, oder mir Filme aus dem Netz streamen (T-Entertain, u.a.) oder das PPV-Angebot von Sky nutzen. Oder ich setze mich vor Youtube. (Oder ich lese ein Buch…). Bei all diesen Sachen muss ich nicht mal vor die Tür. Und die Videothek hat keinen Kunden in mir. Unternehmen, die keine Kunden haben gehen pleite und dabei gehen Arbeitsplätze verloren.
Wenn der Landtag jetzt beschließt, die Ladenöffnungszeiten zu erweitern, verbessert er die Wettbewerbssituation der Videotheken, und gleicht die Chancen auf dem Markt etwas mehr an. Dann können die Videothekenangestellten auch einen Nachtzuschlag fordern, oder der Besitzer stellt einen weiteren Angestellten für die zusätzliche Zeit ein. Und das soll schlecht für die Gesellschaft und die arbeitende Bevölkerung sein, liebe SPD?!
Wohl kaum.
Hinterwäldlerische Gängeler und Befürworter eines Nanny-Staates, wie die um alles und jeden besorgte SPD sorgen nur dafür, dass die Freiheit der Bürger eingeschränkt wird.

Achja… wenn nachts keiner Videos ausleiht, dann öffnen die Videotheken auch nachts nicht mehr, obwohl sie es dürften. Und schon haben wir eine saubere, marktgerechte Lösung. Man nennt es Liberalismus. Aber das habt ihr Roten ja noch nie kapiert.

Subventionen und moderne Energietechnik

Heute habe ich einen interessanten Artikel im Focus gelesen. Da geht es um die Stromerzeugung aus Sonnenenergie und zwar nicht das übliche teure, unrentable Photovoltaik-Gedöns sondern eher Solarthermie, was in der hier vorgestellten Variante einen weit höheren Wirkungsgrad haben soll, als Photovoltaik.

Den Artikel gibt’s hier:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/perspektiven-stirlingmotoren-liefern-solarstrom_aid_469282.html
und mit Bildchen im Anhang an diesen Post.

Jetzt ist das ja schön und gut, was sich einige Wissenschaftler so ausdenken, aber gegen eine Photovoltaik-Industrie, die mit knapp 500% über dem Marktpreis für Strom subventioniert wird kann sowas kaum anstinken.
Man könnte natürlich sagen, Subventionen sind marktverzerrend und wohlfahrtsverringernd. Stimmt auch. Mit einer Ausnahme, der Anschubsubvention, die den Fortschritt der Technik ermöglicht. Langfristig sorgt kein Konjunkturpaket, keine Staatsausgabe und damit insbesondere keine Subvention für Wirtschaftswachstum und damit Wohlstand der Gesellschaft. Allein technologischer Fortschritt ist das Mittel, um unseren Lebensstandard zu sichern. Gerade auch dann, wenn man externe Effekte (Umweltverschmutzung, Fluglärm, etc.) internalisiert, also mit Kosten belegt. Soviel zur volkswirtschaftlichen Theorie.
Wie kann man das jetzt auf die Praxis übertragen? Zum Beispiel, indem man als Regierung nicht einfach alles subventioniert, was halbwegs nach erneuerbarer Energiequelle aussieht und zwar möglichst so stark bis sich auch die unrentabelste Energiequelle dank Steuergeld noch lohnt.
Wenn man fehlenden Wirkungsgrad aka Ineffizienz als externen Effekt auffasst und entsprechend in die Subventionsmodelle internalisiert, wäre schon mal ein erster Schritt in Richtung effektive Anschubsubvention geschafft. Wenn man dann noch die Anschubsubventionen nur für eine gewisse Zeit gewährt und dabei progressiv abbaut, wird ein weiterer Anreiz gesetzt, die Wirtschaftlichkeit zu fördern bzw. unwirtschaftliche Projekte einzustellen.
Subventionen per se sind nichts schlechtes, da sie langfristig den technologischen Fortschritt forcieren können. Wenn man aber pauschal einfach alles subventioniert, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist, dann fällt das wohl eher in die Kategorie Geldverschwendung.

Hier noch der Artikel aus dem Focus 02/2010