Terroristen, Nacktscanner und das Sicherheitsdenken

Das war so klar. Sooooo klar. Kaum kommt ein neuer Anschlagsversuch, überbieten sich die Konservativen mit neuer Paranoia und neuen Ideen die Freiheiten der Bürger im Namen der “Sicherheit” einzuschränken. Viel ärgerlicher ist allerdings, dass sich auch einige FDPler in diesen Chor der Bürgerrechtsbeschränker eingereiht haben.

Um eins klarzustellen. Die freiheitsliebende Welt darf sich nicht von Terroristen auf der Nase herumtanzen lassen. Aber nutzlos Bürgerrechte und Freiheiten einschränken (auch absurdes wie das Flüssigkeitsverbot im Flugzeug) geht auch gar nicht!
Der Terrorist von Detroit war den Behörden schon seit mindestens einem Monat bekannt, sein eigener Vater warnte vor der Radikalisierung seines Sohnes. Was taten die Sicherheitsbehörden?
Nix.
Bevor wir auch nur ansatzweise darüber nachdenken können, welche technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, um das Sicherheitsbedürfnis zur befriedigen und die Freiheiten der Menschen so wenig wie möglich einzuschränken, sollten wir darüber sprechen, was mit den ganzen Daten passiert, die so gesammelt werden.
Offensichtlich passiert da relativ wenig, sonst hätte es gar nicht zum Anschlagsversuch kommen können, weil der Terrorist vorher eingebuchtet worden wäre.
Was wetten wir, dass die Terroristen sich schon längst so einen Nacktscanner organisiert haben, um herauszufinden, wie man da trotzdem Sprengstoff durchschmuggeln kann? Immerhin haben die auch Sprengpulver entwickelt, um das Flüssigkeitsverbot zu umgehen.
Wer glaubt, mit immer neuen technischen Spielereien, Sicherheit zu generieren, der irrt. Keine nutzlosen neuen Sicherheitsspielzeuge und keine neuen Bürgerrechtsbeschränkungen!

Lehren aus Kopenhagen

Mal wieder ein großes Trara auf einer Weltklimakonferenz. Und dann ein Abschlussdokument, das man in einem Satz zusammenfassen kann: “Wir wollen was machen, aber wer oder was oder wie wissen wir nicht.”
Hier zeigt sich ein Fehler im Denkansatz der Klimaschützer. Dieser Fehler ist allerdings typisch für linke Politik, sei sie nun rot, grün oder dunkelrot. Die “Politik” als solche kann keine Probleme dieser Größenordnung lösen.
Nehmen wir mal für den Rest dieses Blogbeitrags an, es gibt so etwas wie anthropogener Klimawandel. Nehmen wir weiterhin an, dass dieser einen verheerenden Effekt auf die menschliche Zivilisation haben wird. Desweiteren nehmen wir an, dass die Menschheit etwas dagegen tun kann, die verheerenden Effekte zumindest einzudämmen.
Alleine die letzte Annahme ist gefährlich. Es kommt weniger darauf an, dass die Menschheit etwas tun kann, als vielmehr darauf, dass sie etwas tun will.
Ebenso gefährlich ist die Annahme, dass die Bekämpfung des Klimawandels eine Aufgabe ist, die die “Menschheit” zu erledigen hat.
Unter den gegebenen Prämissen, die vermutlich auch Grüne unterschreiben können, ergibt sich nur eine logische Lösung für das Problem. Zum einen ist es an jedem selbst, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Solange die “Politik” auf Konferenzen labert und in den Energiemarkt eingreift macht, hat der einzelne frei nach dem Motto “Ich hab die doch gewählt dafür!” keinen Anreiz selbst etwas zu tun. Der Ansatz ist hier völlig falsch und zieht sich durch die gesamte linke Denkweise: Der Staat (oder hier die Staatengemeinschaft) muss die Probleme lösen. Auf die Idee selbst etwas zu tun, und sei es noch so wenig, werden nicht genügend Menschen kommen, wenn keine Anreize gesetzt werden. Ein solcher Anreiz könnte die Ausweitung des Emissionshandels auf private Haushalte sein. Oder zumindest, dass die Zertifikate nicht zum Schleuderpreis an die Industrie verteilt wird.
Der andere Teil der Lösung muss freilich darauf abzielen, vom können ins wollen übergehen. Und das schafft keine Politik und kein Markteingriff. Wenn nächstes Jahr meine Stromgebühren erhöht werden, um die Subventionen aus dem EEG zu finanzieren habe ich keine Lust mehr das Klima zu retten. Ich will verdammt nochmal selbst entscheiden, ob, wann, wie und wie stark ich das Klima rette. Das mache ich gerne, in dem ich zum Beispiel Fahrrad fahre, wann immer es mir in den Kram passt und es passt mir für innerstädtische Fahrten eigentlich immer in den Kram. Oder wenn ich entscheide, dass ich Energiesparlampen verwenden will. Werde ich zu etwa gezwungen (Willkürlich erhöhte Spritpreise durch die “Ökosteuer”, Glühbirnenverbot, etc.) dann habe ich ziemlich schnell kein Bock mehr, das Klima zu retten. Darf ich es allerdings selbst entscheiden, dann macht es mir auch noch Spass.

Willkommen in der Linksregierung

Heute morgen stehe ich gut gelaunt auf, freue mich auch die Sitzung des Landesarbeitskreises Internationale Politik der JuLis Hessen und lese die Schlagzeilen der Zeitung: „Wachstumsbeschleunigungsgesetz durch den Bundesrat“, „Streit in der Klimakonferenz“, „FDP stimmt Mindestlohn zu“. Naja das übliche eben.

Moment mal. FDP stimmt Mindestlohn zu?! Tatsächlich, da hat meine Partei doch tatsächlich den sozialistischen Sündenfall begangen und einem Mindestlohn in der Abfallwirtschaft von 8,02 € zugestimmt.

Und meine Laune sinkt tiefer als die frostigen -15° draußen.

Jetzt hat Deutschland eine dritte sozialdemokratische Partei. Und ich bin auch noch Mitglied. Welch Ironie. Im Wahlkampf, den meine JuLis und ich auch persönlich geführt haben, ist die FDP noch als Bürgerpartei angetreten, die den sozialdemokratischen Wahnsinn der großen Koalition beenden und die Aushöhlung der Bürgerrechte stoppen will. Und was passiert?

Bürgschaften für marode Unternehmen, kein Mucks, als der Innenminister den Amerikanern Bankdaten gibt und jetzt ein Mindestlohn. Ich dachte immer die FDP steht für Freiheit vor Gleichheit. Wenn die Tarifparteien untereinander aushandeln, dass es keinen Lohn unter einer bestimmten Grenze geben soll, dann ist das völlig in Ordnung, weil es eine private Entscheidung der Beteiligten ist. Aber in dieser Entscheidung hat der Staat nichts zu suchen. In Deutschland werden Löhne ausgehandelt und nicht von der Regierung verordnet. Das waren die Worte mit denen die FDP vor der Bundestagswahl klargemacht hat, wie wir zu Mindestlöhnen stehen. Wieso das jetzt nicht mehr gelten soll, muss man mir noch erklären.

Ich freue mich schon auf die steigenden Müllgebühren nächstes Jahr. Dann kann ich sagen: “Siehste… Habs ja gleich gesagt.” Mindestlöhne, oder generell Löhne über dem gleichgewichtigen Niveau sorgen *immer* für steigende Preise. Und diese Preis müssen wir alle bezahlen, auch die Angestellten der Entsorgungsbetriebe. Man nennt das Inflation.

Vielen Dank, liebe Linksregierung. Oder in Twitter-Sprech #epicfail.

Der Ökonom, das seltsame Wesen

Manchmal glaub ich echt, ich bin im falschen Film… Alle Welt beschwert sich über miesen Service und überteuerte Preise bei Bahn, Krankenkassen, Post und ähnlichem. Dann klickt sich mein Ökonomenhirn rein und überlegt. Was haben alle diese Dinge gemeinsam? Richtig, es sind Monopole oder Quasimonopole. Und zwar im Falle der Bahn, der gesetzlichen Krankenkassen und der Post um staatlich gewollte Monopole.
Mein Ökonomenhirn erinnert sich, was gegen Monopole hilft: Mehr Wettbewerb. Sorgt für niedrigere Preise, mehr Service und weniger Verschwendung volkswirtschaftlicher Ressourcen. Und was muss ich mir dann anhören? “Wettbewerb ist wohl das Zauberwort der FDP. Ihr habt die Wirtschaftskrise wohl schon vergessen.”

Whut?!

Erstens hat der fehlende Wettbewerb auf den genannten Märkten nix, aber auch absolut gar nix mit der Wirtschaftskrise zu tun. Zweitens wäre die Wirtschaftskrise mit mehr Marktwirtschaft am Anfang gar nicht erst ausgebrochen, wenn es das Kreditvergabeprogramm von George W. Bush nicht gegeben hätte, das die Immobilienpreise künstlich angeheizt hat. Und drittens ist Wettbewerb in der Tat ein Zauberwort. Es ist das Zauberwort eines jeden Ökonomen, der bei klarem Verstand ist.
Mal wieder gilt die Lebensweisheit von Dieter Nuhr. “Wenn Du keine Ahnung hast… Einfach mal die Schnauze halten!”.
Es ist mir völlig unverständlich, wie sich jeder zu volkswirtschaftlichen Vorgängen äußert und die Ökonomen für Scharlatane hält, die keine Ahnung haben.
Ich maße mir ja auch kein medizinisches Fachwissen an. Oder versuche mit theoretischen Physikern über eingefaltete Dimensionen der Raumzeit zu reden. Oder erzähl irgendwas von Rechtsdingen.
Und warum nicht? Weil ich davon keine Ahnung habe. Ich vertraue dafür den Ärzten, Physikern und Juristen, die die entsprechende Ahnung habe. Warum gilt das nicht auch für Ökonomen?

Der deutsche Einzelhandel

Weihnachtszeit ist Shoppingzeit. Man kann der Kommerzialisierung gegenüberstehen wie man will (ich hab kein Problem damit), aber es wird sich nichts daran ändern, dass im Advent die Innenstädte der Republik voll sind. Schön, jede Menge Umsatz, da freut sich das BIP 🙂

Und was macht der deutsche Einzelhandel (Karstadt, Kaufhof, Saturn, etc.)? Mir das vorweihnachtliche Einkaufen zur Hölle! Ich will einfach nur eine DVD kaufen. Mehr nicht. Ist das zuviel verlangt? Offensichtlich.

Mainz, der 4.12.2009, ca. 18:30 Uhr.
Ich gehe in den Saturn am Brand und dort in die DVD-Abteilung. Sind die DVDs dort nach Titel sortiert? Nö, das wäre ja zu einfach. Die sind sortiert nach… Äh… Hm… also… irgendein System steckt wohl dahinter, aber ich habs nicht gerafft. Einige “Neuheiten” sind ein Jahr alt und andere Klassiker aus dem “CineClub” sind von 2005. Äh ja. Wieder andere sind nach Alphabet sortiert. Andere nicht. Dreimal darf der geneigte Leser fragen, ob ich die DVD gefunden habe.
Nein, habe ich nicht. Und kein Verkäufer in der Nähe, den man fragen könnte. Nun gut, dann halt nicht. Morgen ist auch noch ein Tag.

Mainz, der 5.12.2009, ca. 10:30 Uhr
Auf dem Weg in den Kaufhof. Schnell zur Tafel an die Rolltreppe, wo denn die DVD-Abteilung ist. “Welt der schönen Dinge”? Nö. “Damenunterwäsche”? Reizvoll, aber jetzt grad nicht. “Feinschmecker”? Nein. “Sport”? Auch nicht.
Kaufhof hat keine Elektronik mehr. (Und die Bücherabteilung ist auch sehr dünn…). Frustiert gehe ich wieder und denke bei mir “Pech. Dann macht ihr mit mir eben keinen Umsatz”. Ich bewege mich zum Karstadt. Dort in die “WOM – World of Music”-Abteilung. Warum die DVDs in der Musik-Abteilung stehen bei den Spielen für Wii und Playstation, weiß wohl nur der Marketingleiter. Hier ist es das gleiche Spielchen wie im Saturn. Heilloses Durcheinander und kein Verkäufer in der Nähe, den man fragen könnte. Nur ein Typ von Mobilcom, der gelangweilt an seinem Stand steht und drauf wartet, jemandem überteuerte Handyverträge andrehen zu können. Wenn ich den frage heißt dann nur “Sorry ich bin von Mobilcom. Frag mal den Herrn da drüben”. Danke auch, ich wußte gar nicht, dass wir per du sind…

Die Geschichte ist exemplarisch für den Einzelhandel. Ich habe keine Lust mehr. Der deutsche Einzelhandel hat am 2. Adventswochenende 2009 einen Kunden verloren. Nämlich mich. Ab sofort kaufe ich nur noch im Internet ein. Mit einer schönen Tasse Kaffee in der Hand. Ich muss nicht in die Kälte und dann in überheizte Kaufhäuser. Ich such mich nicht durch dusselige Sortierungen von Waren. Ich muss keine Ware kaufen, die schon Leute vor mir anprobiert hatten. Ich finde Kram in meiner Größe. Und ich bin üblicherweise billiger dran, weil Onlinehändler keine hübschen Kaufhäuser in der Innenstadt bezahlen müssen und keine dämlichen Verkäufer haben, die nicht wissen wo in ihrem Laden was steht.

Eine Ausnahme muss ich machen: Und das ist der kleine Fachhändler um die Ecke. Dort wo du von geballter Kompetenz erschlagen wirst. Wo der Verkäufer dir zur Jeans noch ein passendes Hemd raussucht und dir dann einen guten Preis macht. Wo der Händler dir sagt, dass du dir den Midi-Controller, den du dir rausgesucht hast nicht kaufen solltest sondern stattdessen diesen hier. Man nennt das Beratung. Und dafür muss man Ahnung haben.

Exemplarisch ein Zitat von german-bash.org
http://german-bash.org/91080