Tiefkühlkost

Tiefkühlkost sollte (wie der Name bereits sagt) tiefgekühlt sein. Und was sehe ich gestern abend in einem Rewe in Mainz? Aufgetautes TK-Zeug in einem Wagen direkt neben der Tiefkühltruhe. Irgendwann kam dann ein Mitarbeiter des Supermarktes und hat die Ware seelenruhig in die TK-Truhe geräumt. Mein Gesichtsausdruck kann man wohl am besten mit “WTF!?” beschreiben. Wer weiß, wie lange die Pizza, das Eis oder die Fischstäbchen draußen rumstanden.
Da wird man ganz schnell zum Anhänger eines wie auch immer gearteten Kühlsiegels, das eine mögliche Unterbrechung der Kühlkette anzeigt.

Wenn ich solche Geschichten höre, denke ich immer das passiert ja sonstwo. In Dunkeldeutschland, Bayern, Frankreich oder Großbritannien. Aber bei mir doch nicht! Pustekuchen. Offensichtlich ist da weit weniger Panikmache als viel mehr Realität. Da werde ich wohl in Zukunft eher weniger TK-Kost essen… Und wieder eine glorrreiche Erfindung der Menschheit für den Eimer :-/

Tolles Landesprogrammatische Wochenende der JuLis

Am letzten Wochenende (10.-12.7.) war ich in Vöhl am Edersee. Präzise gesagt in der Jugendherberge “Hohe Fahrt”. Da fand nämlich das LPW der JuLis Hessen statt und für sowas fahr ich auch 200 km in die nordhessische Pampa (die übrigens sehr schön ist… *g*).

Hübsch der Reihe nach.

Freitag Mittag:
Von der Uni (Mainz) nach Umstadt, dort schnell umpacken und ab nach Vöhl. Gut, dass mein Navi keine Umlaute kann… Und “Voehl” gabs nicht. Also Frankenberg programmiert. Und los geht’s. Kurz vor dem Hanauer Kreuz: Stau… Fängt also gut an. War aber nicht so schlimm. Beim Langenselbolder Dreieck war schon wieder alles vorbei. Vielleicht sollten wir das nächste LPW nicht unbedingt auf den hessischen Sommerferienbeginn legen. Danach Richtung Gießen und Marburg, nochmal kurz Stop & Go auf der B3 vor Marburg, danach ist wirklich nur noch Landschaft. Aber sehr angenehm zu fahren. Kurz vor Frankenberg komme ich noch auf die Idee mal “Hohe Fahrt” ins Navi einzutippen. Und siehe da. “Die Route ist berechnet”. Dass es sich aber dann noch über eine halbe Stunde zieht hätte ich nicht gedacht.
Um Punkt 18h war ich dann da. Und werde von einer Horde Marburger begrüßt 🙂 Alle Formalitäten erledigen, Tasche herschleppen, JuLis begrüßen. Aaah, das wird ein geiles Wochenende! Zumal ich überrascht war Handyempfang zu haben, also twittern konnte.
Nach dem Abendessen plaudert Lasse aus dem Nähkästchen über seine Kaukasusbesuche, über Spione, Zollschikanen, Staubpisten, hermetisch abgeriegelte Grenzen und Koriander. Sehr interessant mal von anderen “JuLis” zu hören, die unter wirklich widrigsten Bedingungen Politk machen müssen.
So langsam geht’s in den gemütlichen Teil über, ich mache Scherze und Unsinn mit Dennis (Echt jetz, Junge!), Kirill und Hendrik und schaue mir Birgits Fotos aus Afrika an. Suuuuuper! Da bekommt man Lust selbst hinzufahren.
Um etwa halb zwei liege ich dann im Bett und stelle meinen Wecker auf 7:15. Brutal, aber notwendig. Immerhin bimmelt er mich mit Chicane’s Klassiker “Offshore” wach. Da macht das Aufstehen gleich viel mehr Spass!

Samstag:

War nicht der erste in der Dusche. Dennis war schneller. Frag mich nicht, wie der das gemacht hat… Auf dem Weg zum Frühstück Frühaufsteherin Wiebke gesehen und gewunken. Hab mir gedacht, sie wird wohl auch auf dem Weg zum Frühstück sein. Dort angekommen bin ich aber alleine… Hm… Später stellt sich herau, Wiebke war joggen… Elender Gesundheitswahn 🙂 Frühstück lecker, danach ab in den AK Familienpolitik. Wir debattieren über die Vorgaben des Bundesverbandes, um in das Thema reinzukommen. Größter Streitpunkt war, ob wir “Familie” definieren, egal wie. Wir einigen uns auf eine Definition, die es offen lässt, was eine Familie denn genau ist. Jeder versteht schließlich etwas anderes darunter.
Dann referiert Anne über die steuerliche Situation. Wir diskutieren die Besteuerungsvarianten (Ehegattensplitting, Familienrealsplitting, die Auswirkungen des FDP-Modells, etc.). Wir einigen uns relativ schnell darauf, dass wir eine Individualbesteuerung haben wollen, um die Bevorzugung der Ehe zu beenden. Da passt dann auch das Bürgergeld perfekt rein. Die Debatte drehte sich dann darum, wie das Bürgergeld ausgezahlt werden soll. Wir kamen dann überein, den größten Teil monetär auszubezahlen und einen kleineren Anteil als Gutscheine für Lehrmittel, Vereinsmitgliedschaften, etc.
Zwischendurch wurde der LaVo zum schwimmen abkommandiert. Dummerweise war das Wetter eher mies (Nieselregen, kühl, grau, bäh!), insofern fiel das gemeinsame Chillen am “Strand” aus. Aber die verlängerte “Kippenpause” nutzten viele JuLis (auch ich), um sich über die Debatten im jeweils anderen AK (für mich also der AK Direkte Demokratie) zu informieren.
Gegen 18 Uhr ging es dann in den obligatorischen Grillabend über. Auch wenn die würstchen stellenweise zu schwarz waren, mit ein bisschen Senf (=gelb) bekommt man auch das hin 😉 Wieder jede Menge Zeit, um Unsinn zu machen und Kirill das Gaius-Pupus-Thema aus Asterix erobert Rom als Ohrwurm zu verpassen *hihihihi*. Dieter, Chris und ich fachsimpeln über Wirtschaft, die Profs aus Darmstadt, Juristerei und Spieltheorie. Und irgendwann ist es wieder halb zwei. Und wieder steht mein Wecker auf 7:15 Uhr. Ich freue mich auf “Offshore” und schlafe ein.

Sonntag:

Diesmal bin ich der erste in der Dusche. Davon kann ich mir zwar nix kaufen, aber ich wollte es mal erwähnen. Das Frühstück ist etwas länger, aber um 9 Uhr sind wir dann doch wieder in den Arbeitskreisen und debattieren nach einem Vortrag von Hendrik über frühkindliche Bildung. Leider mussten wir die Diskussion abbrechen, weil wir bis 12 Uhr aus dem Seminarraum raus mussten. Naja… dafür gibt’s ja LaKos 🙂
Nach einem kurzen Abschluss- und Kritikplenum fängt die große Heulerei an, weil man sich von einander verabschiedet.

Im Auto denke ich mir, dass ich nicht so oft am Edersee bin, und fahr deswegen nochmal an die Talsperre und knipse ein paar Bilder. Die Talsperre selbst, war aber komplett zugeparkt, also habe ich nur den See an sich geknipst. Ein paar Kilometer vor der Talsperre war jede Menge Platz.

Schön war’s! Ich komme nächstes Jahr wieder! 🙂

Vattenfall dämlich, Künast peinlich

In den letzten Tagen, nach der erneuten Panne im AKW Krümmel und den bekanntgewordenen Pannen in weiteren Vattenfall-AKWs in Schweden, kann man den Energiekonzern wohl nur als dämlich bezeichnen. Die Kernenergie steht in Deutschland auf der Kippe und Vattenfall installiert vorgeschriebene Überwachungssysteme nicht?! Auch ist die Informationspolitik mal wieder klasse, dabei weiß man doch spätestens seit KfW und HRE, dass die Salamitaktik nur Ärger verursacht. Und gerade bei einem sensiblen Thema wie der Kernenergie müssten Vattenfall und Co. ein Musterbeispiel an Transparenz abgeben…

Getoppt wird das nur noch nur Renate Künast, die “Vattenfall-Kunden” geraten hat, den Stromanbieter zu wechseln. Liebe Frau Künast, vielleicht wissen sie nicht, wie der Strom in die Steckdose kommt, aber bestimmt nicht, in dem ich beim Erzeuger/Kraftwerk meiner Wahl anrufe und dort ne Kiste Strom bestelle. Mein Energieversorger kauft vom Energieerzeuger eine gewisse Menge und vertickt diese Menge dann an seine Kunden. Und es ist egal wo in Hamburg man ist, und ob man den ökologischsten Ökostrom aus Bodenhaltung bestellt hat, aus der Steckdose kommt Krümmel-Atomstrom. Mal wieder gilt: Erst denken, dann reden…. Achso, dann müsste man ja was sinnvolles und richtiges sagen…