Finanztransaktionssteuer ist falsch

Deutsche Börse in Frankfurt am Main (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIMG0080.JPG)

Alle Überlegungen zur Finanzmarkttransaktionssteuer in all ihren Ausprägungen kranken an einem bestimmten Punkt. Am zentralen Punkt.

Die (implizite) Prämisse ist dabei, dass Spekulation schlecht ist. Allerdings ist das Gegenteil korrekt. Die Spekulation sorgt für das Funktionieren des Preismechanismus, für das Schließen der risikofreien Arbitragemöglichkeiten und für die Räumung zu Marktes. In dieser Reihenfolge. Besteuert man nun die Spekulation, dann stört man diese Mechanismen. Der Preismechanismus greift nicht mehr vollständig, die Arbitragemöglichkeiten schließen sich langsamer und ermöglichen länger risikofreie Gewinne und der Markt wird ineffizienter geräumt. Freilich kommt zu einem Gleichgewicht. Aber eines mit wenigeren, größeren Akteuren und höheren Handelsvolumina. Die Informationsasymmetrie nimmt zu, die Marktmacht des einzelnen nimmt zu und die Volatilität der Märkte nimmt zu.

Als indirekte Effekte kommen vor allem die gesunkenen Abheckungsmöglichkeiten für Anleger hinzu. Ein Anleger ist auch jemand, der einen Bausparvertrag oder eine Lebensversicherung hat. Diese werden durch die geringeren Möglichkeiten der Risikoabheckung weniger Rendite abwerfen, was die Anleger zur Portfolioumschichtung zwingen wird, hin zu riskanteren Anlagen. Paradoxerweise wird eine Finanztransaktionssteuer genau das Gegenteil dessen bewirken, was sie eigentlich tun soll.

Egal von welcher Seite aus betrachtet: Eine Finanztransaktionssteuer ist Unsinn.

Was meinst Du? Kann eine Finanztransaktionssteuer doch helfen? Habe ich ein Argument übersehen? Ich freue mich auf Deine Kommentare!

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.

7 Gedanken zu „Finanztransaktionssteuer ist falsch“

  1. Hallo Ben,

    du hast Recht, die Finanztransaktionssteuer ist unter diesen Gesichtspunkt falsch.

    Übertrage deine Argumentationskette aber zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt. Dieser Markt ist genauso von Steuern betroffen und darum aus denselben Gründen ineffizient. Im Grunde ist heute der Arbeitsmarkt viel ineffizienter als der Finanzmarkt. Bedenke aber nun, welcher der Märkte für dein Leben wichtiger ist.

    Wie groß schätzt du eigentlich die Auswirkungen einer geringen marginalen Finanztransaktionsteuer ein? Die Spekulation hat in einer Größenordnung zugenommen, die lässt sich alleine von einer Finanztransaktionssteuer nicht aufhalten, eventuell lässt sich die Dynamik abbremsen aber mehr nicht. Beim nächsten Wirtschaftsboom wird die Spekulation wieder auf neue Rekordwerte hochschnellen, unabhängig davon ob es eine Finanztransaktionssteuer gibt oder nicht. Die Höhe von Spekulation an einem Markt wird auch viel mehr von anderen Faktoren getrieben. Gegenüber dem Konjunkturzyklus, Zinsniveau oder Margin ist die Finanztransaktionssteuer eine völlig vernachlässigbare Größe.

    Woher kommt eigentlich deine Sorge, dass einfache Privatpersonen von der Finanztransaktionssteuer betroffen sein können? Bausparverträge oder Lebensversicherungen haben derart hohe Transaktionskosten für die Privatpersonen (Kontoführungsgebühren, Ausgabeaufschläge, Managementgebühren, etc.), das fällt doch niemals eine Finanztransaktionssteuer ins Gewicht. Nicht mal mit viel Vorstellungskraft, würden private Anlegen vom Bausparvertrag zu riskanteren Anlageformen drängen. Ein Vergleich:

    1.Fall: Die Zentralbank senkt den Leitzins von 4% auf 2% um die Wirtschaft anzukurbeln. Die Wirtschaft gewinnt nach einer Weile wieder an Fahrt lässt aber den Leitzins bei 2%, daraufhin steigt die Risikobereitschaft der Privatanleger und greifen vermehrt zur Risikoanlagen anstatt zu Sparbuch und Bausparvertrag.

    2.Fall: Es wird eine Finanztransaktionsteuer eingeführt. Ein Sparbuch oder Bausparvertrag ist davon nicht betroffen, weil diese Produkte andere Kostentreiber haben als eine Finanztransaktionssteuer. Risikoreicher Anlagen spüren diese jedoch mehr, aber trotzdem wenig. Weil Risikoreiche Anlagen dadurch relativ unattraktiver werden, steigt die Anzahl an Sparbüchern und Bausparverträgen.

    1. Hallo WhatIsMoney,

      Danke für Deinen Kommentar. Ich mag Kommentare, über die ich nachdenken muss 🙂

      In der Tat, der Arbeitsmarkt ist ebenfalls ineffizient, zementiert, verkrustet und dysfunktional. Dass die Bundesregierung aus populistischem Motiv heraus, nun auch noch mit Mindestlöhnen eingreifen will macht es alles nur noch schlimmer. Aber der Arbeitsmarkt ist ja hier nicht das eigentliche Thema.

      Zunächst möchte ich festhalten, dass es ordnungspolitisch falsch ist, eine einzige Industrie wegen angeblicher Vergehen zu besteuern. Die Finanztransaktionssteuer (FTS) fällt bei mir schon alleine wegen der fehlenden ordnungspolitischen Bilanz durch.

      Ich habe im Artikel geschrieben, dass auch eine FTS den Finanzmarkt nicht davon abhalten wird zu einem Gleichgewicht zu finden. Dieses Verhalten ist inhärent in der Marktdynamik drin. Die Frage ist, ob uns das Gleichgewicht gefällt.
      Auch wird eine langweilige Anlage, wie ein Bausparvertrag, nicht auf einmal völlig vom Markt verschwinden, aber eine FTS wird die Rendite senken und damit das gesamte Investitionsvolumen senken, weil entweder die Erträge selbst schrumpfen oder der Anlagehorizint länger wird. Die Investitionserwartungen gehen also zurück. Wo die Investitionserwartungen sinken, dort sinken dann auch auch die tatsächlichen Investitionen. Wir hätten durch den vielleicht nur geringen (marginal bedeutet in der VWL was anderes) Effekt der FTS Rückkopplungsschleifen, die sich dann doch bemerkbar machen.
      Der andere Punkt sind Renten- und Pensionsfonds, einem der Hauptinvestitionsvehikel in einer alternden Gesellschaft. Um dort die versprochenen Renditen stabil zu halten, werden unglaublich viele kleine Transaktionen gemacht. Die Summe macht es dann. Eine FTS besteuert vielleicht die einzelne Transaktion nur gering, aber die gewaltige Anzahl von Transaktionen eines Fonds fällt dann schon ins Gewicht. Und dann kommen wieder die Rückkopplungsschleifen. Wenn die Rendite deines Pensionsfonds sinkt, wirst Du mehr Geld anlegen, um deine intertemporale Konsumglättung aufrecht zu erhalten. Geld, dass dann heute nicht nachfragewirksam eingesetzt wird. Was wiederdum die aktuelle Nachfragelücke verstärkt. Ich brauche gar nicht soviel Vorstellungskraft, weil ich die Rückkopplungsschleifen mit einbeziehe.

      Dein erster Fall ist kein Grund für eine FTS, sondern ein Grund der ZB die Ohren lang zu ziehen, weil sie das Geld so lange billig lässt, anstatt die Party zu beenden. Das ist dann geldpolitisches Versagen.
      Der zweite Fall geht von der falschen Prämisse aus, das Anleger das Renditedelta einfach hinnehmen werden. Das Gegenteil ist der Fall. Kein Risikoanleger wird durch die FTS sein Portfolio in Richtung Sparbuch umschichten. Ganz im Gegenteil. Er wird eine höhere Rendite suchen, um das Delta durch die FTS auszugleichen.

  2. Hallo Ben,

    ich kann dir grundsätzlich bei deinen Gedanken nicht wiedersprechen. Ich sehe die Dinge ähnlich wie du, komme aber trotzdem zum Teil zu ganz anderen Schlüssen 🙂

    Am Beispiel deiner Prämisse:

    „Die Spekulation sorgt für das Funktionieren des Preismechanismus, für das Schließen der risikofreien Arbitragemöglichkeiten und für die Räumung zu Marktes.“

    Wenn ich es richtig verstanden habe, war dein Schluss daraus war, das Spekulation gut ist und nicht durch eine FTS eingeschränkt werden sollte.

    Warum komme ich zu einem anderen Schluss?

    Theoretisch würde ich das so begründen. Wenn Spekulation zunimmt, steigt die Liquidität, fällt die Arbitrage, aber nur pro Transaktion. Insgesamt wird der Markt aber ineffizienter, weil die Anzahl der Transaktionen anteilsmäßig mehr steigt, als die Verringerung der Arbitrage (Arbitrage pro Transaktion mal Anzahl der Transaktionen = Gewinn). Ist nicht nur Spekulation in einem Markt, sondern ein „zu viel“ an Spekulation im Markt, macht Spekulation den Markt ineffizient. An welchen Punkt dieses „zu viel“ anfängt, lässt sich streiten. Meine Sicht der Dinge ist die, dass in einigen Märkten schon „zu viel“ spekuliert wird, hier würde eine FTS die Spekulation etwas eindämmen können.

    Praktisch habe ich folgendes Beispiel im Kopf. Die Rohstoffterminbörse war eine „fade“ Angelegenheit bis 1999, weil nur bestimmte Marktteilnehmer (wie Landwirte, Lieferanten, Abnehmer, etc.) zugelassen wurden. Schließlich konnten die Banken, Versicherungen und Fonds politisch eine Öffnung durchsetzen, unter anderem mit dem Argument, dass die höhere Liquidität auch die Arbitrage senken würde. Was auch so war. Kehrseite der Medaille war, dass auch die Preise gestiegen sind (Stark zufließende Menge an neuen Geld in einem Markt, bei nur mäßig steigendem Angebot an Ware). Grundsätzlich war das noch überschaubar, richtig problematisch wurde die Angelegenheit, als 2004 auch noch das Margin auf ein Minimum reduziert wurde. Seit dem gibt es ein „zu viel“ an Spekulation am Rohstoffterminmarkt. Die Liquidität ist enorm angestiegen, die Arbitrage war schon gering bis gar nicht mehr vorhanden, die Preise gingen hoch aufgrund der höheren Geldmenge im Markt.

    Die anfänglichen Überlegung, mehr Spekulation, mehr Liquidität, weniger Arbitrage und somit ein effizienterer Markt ging nicht auf. Der negative Effekt durch den Anstieg der Preise und das abschöpfen von Gewinnen durch Banken, Versicherungen und Fonds übersteigt den positiven Effekt aus der niedrigen Arbitrage bei weiten. Welche amerikanische Bank das jetzt genau war, weiß ich nicht mehr, aber eine Bank alleine hatte 2009 einen Reingewinn von ungefähr 5 Milliarden Dollar aus dem Handel mit Rohstoffterminkontrakten. Genauere Forschungen darüber wurden von der UNCTAD durchgeführt und könntest du dort nachlesen.

    1. Interessante Überlegung, die in der Tat was für sich hat. Ob ich jetzt einer Studie einer UN-Behörde Glauben schenken will, steht auf einem anderen Blatt. 🙂
      Wieso sollte eine steigende Transaktionszahl einen Markt ineffizient machen? Die Zahl der Transaktionen hat doch nichts mit der Effizienz zu tun? IMHO würde ein Markt genau dadurch ineffizient, wenn die Zahl der Transaktionen sänke, weil sich die Akteure konzentrieren. Das könnte eine Folge einer FTS sein. Durch die gesunkene Zahl der Akteure entfernt sich der Markt von der vollständigen Konkurrenz hin zu einem Oligopolmarkt mit strategischer Interaktion und hoher Informationsasymmetrie.

      Zu den Rohstoffmärkten möchte ich folgende Gegenthese in Raum stellen: Das „zu viel“ an Spekulation ist (geld)politisch gewollt. Es ist aus genau demselben Holz wie jede andere spekulative Blase geschnitzt. Die Zentralbanken, allen voran wohl die Fed, hat das Geld zu lange zu billig gelassen, sodass sich die Banken auch ungewöhnliche Investments gesucht haben. Hätten die Zentralbanken die Party beendet wäre es gar nicht soweit gekommen.
      Diese These ist konsistent mit der Annahme, dass Kapital dorthin fließt, wo der Grenzertrag am höchsten ist, mit der stark zugenommenen Spekulation und mit der generellen Einschätzung, dass es die lasche Geldpolitik war, die uns die Krise beschert hat. Insofern könnte eine FTS hier zwar tatsächlich die „Überschuss“-Spekulation beenden, aber es ist verflucht schwierig festzustellen, wie viel Spekulation jetzt richtig ist. Daher halte ich auch hier eine deutlich konservativere Geldpolitik für die bessere Maßnahme.

  3. Wieso sollte eine steigende Transaktionszahl einen Markt ineffizient machen?

    Nicht die steigende Transaktionszahl an sich erzeugt am Markt Ineffizienten, sondern die Ursache für die steigende Transaktionszahl ist dafür verantwortlich. Um beim Beispiel zu bleiben, haben Lockerungen im Regelwerk für Rohstoffterminkontrakte dafür gesorgt, dass die Transaktionen anstiegen, was grundsätzlich den Markt effizienter machte. Also ein positiver Effekt. An anderer Stelle aber ineffizienter, weil fast alle Transaktionssteigerungen auf Marktteilnehmer verfielen, die nur auf schnelle Gewinne aus waren und somit nur für einen schnellen Anstieg der Geldmenge auf dem Markt sorgten. Also ein negativer Effekt.

    Meine Überlegung ist nun, dass der negative Effekt, den positiven Effekt bei weiten überstieg. Ich mache das daran aus, dass ich am Rohstoffmarkt folgende Beobachtungen als Laie mache:

    – die Preise sind überdurchschnittlich gestiegen
    – die Volatilität hat enorm zugenommen
    – kurzfristige Preisschwankungen folgen eher Gerüchten als Fakten
    – jedes Mal wenn ein großer Rohstoffspekulant Pleite ging, sanken die Preise vorrübergehend um 10-20%
    – es wurde/wird versucht Kleinanlegern über Renditeversprechungen in Rohstoffinvestment zu treiben
    – die steigenden Preise waren für die Rohstofflieferanten ein falschen Marktsignal, sie weiterten ihre Kapazitäten aus, was aber nicht auf reale Nachfrage gestoßen ist. Folge sind aktuell Abschreibungen und Kapazitätskürzungen bei Rohstofflieferanten.

    Ich schließe mich übrigens deiner Gegenthese an. Selbstverständlich spielt die Zentralbankenpolitik ebenfalls eine bedeutende Rolle, die für Ineffizienz gesorgt hat. In diesem Sinne wären zwei Ursachen für Ineffizienz am Rohstoffmarkt ausgemacht:

    – zu lockere Zinspolitik der Zentralbanken
    – zu lockeres Regelwerk für Terminkontrakte

    Soweit ich das mitbekommen habe, setzt China an beiden Hebeln an. Einerseits wurden die Zentralbankzinsen erhöht und gleichzeitig die Margin Bedingungen verschärft. Würden wir beide in der chinesischen Zentralregierung sitzen, hätten wir’s genauso gemacht 🙂

    Eine europäische Lösung muss natürlich anders aussehen. Einerseits können wir die Zentralbankzinsen in der jetzigen Phase nicht erhöhen. Andererseits haben wir bereits einen geöffneten Rohstoffterminmarkt anders als China.

    Die Öffnung des Rohstoffterminmarktes nur einige Jahre später schon wieder rückgängig zu machen, geht glaube ich nicht. Einerseits müsste man sich eingestehen, dass es ein Fehler war, andererseits hätte es ja nach der Mehrheitsmeinung funktionieren müssen.

    Ich denke hier wäre die FTS ein guter Kompromiss, weil sie mehr Ineffizent beseitigt, als sie selbst verursachen würde:

    – sie lässt weiterhin den Rohstoffterminmarkt offen
    – das Regelwerk kann gleich bleiben
    – die Maßnahme bedarf keiner restriktiven Zinspolitik der Zentralbank (das aktuell gar nicht möglich wäre)
    – die eigentlichen Markteilnehmen (Rohstofflieferanten, Rohstoffverbraucher) wären davon kaum berührt

    1. Ich stimme Dir bis auf einen Punkt zu. Eine FTS sorgt doch für Marktkonzentration und du führst als Grund für die Ineffizienzen auf den Rohstoffmärkten zu große Akteure an. Eine FTS würde also das Problem noch verschlimmern. Den großen ist es wurscht, aber die kleinen können sich nicht mehr gegen Risiken abhecken. Daher halte ich eine FTS auch hier für das falsche Instrument. Eine zeitlich begrenzte, progressive FTS mit einer Art Freibetrag, um die großen vom Zocken abzuhalten, aber den Kleinen die Abheckung nicht zu versperren, wäre eine Lösung, um das von Dir skizzierte Problem zu lösen. Zeitlich begrenzt deswegen, um nach der Überwindung der Eurokrise das Problem durch restriktivere Geldpolitik an der Wurzel zu behandeln und nicht nur die Symptome zu kaschieren. Wobei man auch da sagen muss, dass eine solche FTS sogar ordnungspolitisch noch schlimmer ist als eine allgemeine FTS:
      In der Tat ist eine restriktive Geldpolitik in Europa im Moment schwierig, wenn nicht unmöglich. Dennoch halte ich es für die sinnvollere Lösung. Oder – etwas bösartig – in die richtige Perspektive gebracht: Wenn das Viertel gerade abbrennt, weil irgendwelche Kiddies gezündelt haben, ist es mir relativ egal ob hinter meiner Garage gerade Ordnung herrscht oder nicht. Die Eurokrise ist ein viel fundamentaleres Problem, demgegenüber Ineffizienzen an den Rohstoffmärkten einfach nicht wichtig genug sind. Darum sollten wir uns – mit höheren Zinsen – kümmern, wenn die Krise vorbei ist.

  4. Zunächst mal möchte ich mich bedanken, das sich überhaupt jemand gegen diese immer populärere Unsinnssteuer stellt!
    Spekulation ist gut, was man an z.B. den sinkenden intraday Volatilitäten der Währungen sehen kann. Rohstoffe sind nicht mein Metier, aber ich denke, das hier ähnliches gilt. Das die lange Vola steigt liegt sicherlich an global grösserem Interesse, aber ich schätze zuerst an den immer größeren Geldmengen, bei immer nierigeren Zinsen. Soll heissen: Wenn Zinsen niedriger als Inflationsraten sind, wird Geld in Spekulation gezwungen.

    Zur FTS:
    Es wird immer allgemein über ihre Auswirkung auf die Spekulation gesprochen, was, nach allen aktuell diskutierten Modellen, nicht richtig wäre.
    Sie würde umso stärker treffen, je kürzer mein Zeithorizont ist.
    Ich bin Daytrader, der am Anfang und Ende des Tages nur Geld hat. Für mich könnte die FTS schnell mein Geschäftsmodell ruinieren, da ich ja nur mit den, relativ kleinen, Tagesschwankungen arbeite. Viele Daytrader arbeiten gegen den Haupttrend, sie setzen auf Korrekturen. Daurch werden große Bewegungen gebremst und der Preis wieder „in seine Mitte“ gebracht.
    Durch die FTS würde ich gezwungen, wie alle anderen, nach den Bewegungen mit dem größten Potenzial, über möglichst lange Zeit zu suchen. (Peak Oil, Untergang des Euro, Apple erringt die Weltherrschaft,…).
    Niemand würde sich diesen Riesentrends entgegen stellen und sie würden viel größere Ausschläge produzieren.
    Tendenziell kann/muß ich umso langfristiger spekulieren, je mehr Geld ich habe.
    Die FTS begünstigt die Größten am Markt und bestraft die Kleinsten.

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