Adiós, Facebook!

Ich habe gerade eben mein Facebookkonto gelöscht. Ich hatte vor knapp drei Wochen dort diesen Schritt für heute angekündigt und entsprechend durchgezogen. Diese Zeit habe ich eingeplant, dass all diejenigen, mit denen ich per Facebook aber nicht über andere Kanäle verbunden bin, mich nach eMail-Adresse, Handynummer, etc. fragen können. Resonanz?

Null. Niente. Nada. Nothing. Nüx.

Nun haben einige meiner – nunmehr ehemaligen – Facebook-„Freunde“ auch eine Möglichkeit mich sonstwie zu erreichen, was eventuell daran liegt, dass ich mit diesen Menschen auch eine Verbindung im echten Leben habe. Aber viele andere, mit denen ich nur über Facebook verbunden war, haben sich nicht dafür interessiert. Dann ist wohl auch der Kontakt nicht so wirklich wichtig.

Ich lerne daraus, dass Facebook redundant ist: Diejenigen, mit denen ich oder die mit mir in Kontakt sein wollen, brauchen Facebook nicht. Und diejenigen, die nicht mit mir in Kontakt sein wollen oder mit denen ich nicht in Kontakt sein will… Nun ja. Die brauchen Facebook auch nicht.

Dazu kommt die in den letzten Monaten enorm gewachsene Menge an Daten, die Facebook sammelt. Alleine, dass Cookies erlaubt sein müssen, um sich einzuloggen, sollte einen misstrauisch machen. Aber dass Facebook offenbar genau nachvollziehen kann, welche Seiten man gerade liest, unabhängig ob man auf „Like“ klickt oder nicht, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus. Bei Lifehacker gibt’s einen schönen Artikel dazu. Die naheliegende Variante ist natürlich die Cookies beim Ausloggen von Facebook manuell zu löschen, aber das ist ziemlich unkomfortabel. Ja, ich weiß, Datensicherheit sollte einem ein bisschen Komfort wert sein, aber der normale Webuser ist dafür leider zu faul und/oder hat keine Ahnung was überhaupt Cookies sind und wie man sie los wird.

Aus der – vermuteten und nun auch erwiesenen – Redundanz von Facebook gepaart mit den ganzen Gefahren der Datensammelei ergab sich als einzige Konsequenz das Löschen des Facebookkontos. Das geht ziemlich einfach über diesen Link:

https://www.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account

Facebook fragt pflichtschuldig nach dem Passwort und einem Captcha (immerhin). Doch das Konto ist nicht gelöscht, nur deaktiviert und zur Löschung vorgemerkt. Man bekommt eine eMail, in der folgendes steht:

„[…] wir haben eine Anfrage auf dauerhafte Löschung deines Kontos erhalten. Dein Konto wurde von der Seite deaktiviert und wird innerhalb von 14 Tagen dauerhaft gelöscht.

Falls du die dauerhafte Löschung deines Kontos nicht beantragt hast, melde dich bitte bei Facebook an, um diesen Antrag abzubrechen:[…]“

Perfide. Hat man Autologin aktiviert, dann kann beim nächsten Öffnen des Browser das Konto wieder da sein. Also sollte man auch eventuell im Browser hinterlegte Passwort löschen, den angepinnten Tab lösen und schließen und – in meinem Fall das kryptische, im Passwortsafe liegende Facebookpasswort löschen.

Ich war in den letzten drei Wochen kaum bei Facebook. Einmal in der Woche vielleicht, weil mir jemand eine Nachricht geschrieben hatte. Aus eigener Erfahrung: Man gewöhnt sich das „Facebooken“ recht schnell ab. Und vermisst es nicht die Bohne. Lieber mal wieder jemanden anrufen. 🙂

Oder eine altmodische eMail. Am besten unterschrieben und verschlüsselt. Meinen GnuPG-Key findest Du hier.

Was hält Dich noch in Facebook? Oder bist Du schon länger raus? Nie drin gewesen?

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.

4 Gedanken zu „Adiós, Facebook!“

  1. Du bist ja noch auf Twitter und hier zu erreichen, daher hielt ich eine Nachfrage jetzt nicht nötig 😉

    1. Ich meinte auch eher Leute, von denen ich weiß, dass sie Twitter nicht kennen, meine eMail-Adresse und Handynummer nicht wissen und auch diesen Blog nicht kennen. Aber trotzdem: Danke, fürs Kommentieren 🙂

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