Wehrpflicht aussetzen auf konservativ

Ich weiß nicht genau was Peter Müller und Roland Koch am beenden der Wehrungerechtigkeit durch das Aussetzen der Wehrpflicht nicht verstanden haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass beide einen verpflichtenden Ersatzdienst vorschlagen, wo die Bundesregierung gerade ein zentrales Wahlversprechen der FDP umsetzen will.
Endlich stellt sich die CDU der Realität und erkennt, dass der kalte Krieg seit 20 Jahren vorbei ist, Deutschland nicht mehr von Feinden umgeben ist und wir dementsprechend kein stehendes Heer von etwa 260000 Soldaten brauchen, ebensowenig die Wehrpflicht, die sowieso nur noch aufrechterhalten wurde, um die billigen Arbeitskräfte der Zivis zu nutzen.
Der Wehrdienst ist ein Relikt des 19. und 20. Jahrhunderts. Er wird nicht mehr benötigt, um Deutschland zu verteidigen, wenn „der Russe“ kommt. Die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts sind erstens asymmetrisch und kommen zweitens nicht über eine Grenze, die von Wehrpflichtigen verteidigt wird. Um Deutschland und seine Bürger zu schützen brauchen wir ein hochtechnologisiertes Militär, das in der Lage ist terroristische Gefahren und Angriffe aus dem Netz abzuwehren. (Am besten in einem europäischen Verbund, aber eins nach dem anderen.)
Wenn jetzt CDU-Politiker wieder mal ihr reaktionäres Weltbild rausholen, dann zeigt das nur, dass auch Herren wie Müller und Koch wohl geistige Relikte des 19. und 20. Jahrhunderts sind.
Die FDP sollte ganz schnell dem Verteidigungsminister zur „Schützenhilfe“ eilen, bevor unsere ewig herumeiernde Kanzlerin auf die Linie von Koch und Müller einschwenkt. Eine solche Chance, die Wehrpflicht loszuwerden kommt wohl so schnell nicht wieder. Wir müssen sie nutzen!

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.