Tolles Landesprogrammatische Wochenende der JuLis

Am letzten Wochenende (10.-12.7.) war ich in Vöhl am Edersee. Präzise gesagt in der Jugendherberge „Hohe Fahrt“. Da fand nämlich das LPW der JuLis Hessen statt und für sowas fahr ich auch 200 km in die nordhessische Pampa (die übrigens sehr schön ist… *g*).

Hübsch der Reihe nach.

Freitag Mittag:
Von der Uni (Mainz) nach Umstadt, dort schnell umpacken und ab nach Vöhl. Gut, dass mein Navi keine Umlaute kann… Und „Voehl“ gabs nicht. Also Frankenberg programmiert. Und los geht’s. Kurz vor dem Hanauer Kreuz: Stau… Fängt also gut an. War aber nicht so schlimm. Beim Langenselbolder Dreieck war schon wieder alles vorbei. Vielleicht sollten wir das nächste LPW nicht unbedingt auf den hessischen Sommerferienbeginn legen. Danach Richtung Gießen und Marburg, nochmal kurz Stop & Go auf der B3 vor Marburg, danach ist wirklich nur noch Landschaft. Aber sehr angenehm zu fahren. Kurz vor Frankenberg komme ich noch auf die Idee mal „Hohe Fahrt“ ins Navi einzutippen. Und siehe da. „Die Route ist berechnet“. Dass es sich aber dann noch über eine halbe Stunde zieht hätte ich nicht gedacht.
Um Punkt 18h war ich dann da. Und werde von einer Horde Marburger begrüßt 🙂 Alle Formalitäten erledigen, Tasche herschleppen, JuLis begrüßen. Aaah, das wird ein geiles Wochenende! Zumal ich überrascht war Handyempfang zu haben, also twittern konnte.
Nach dem Abendessen plaudert Lasse aus dem Nähkästchen über seine Kaukasusbesuche, über Spione, Zollschikanen, Staubpisten, hermetisch abgeriegelte Grenzen und Koriander. Sehr interessant mal von anderen „JuLis“ zu hören, die unter wirklich widrigsten Bedingungen Politk machen müssen.
So langsam geht’s in den gemütlichen Teil über, ich mache Scherze und Unsinn mit Dennis (Echt jetz, Junge!), Kirill und Hendrik und schaue mir Birgits Fotos aus Afrika an. Suuuuuper! Da bekommt man Lust selbst hinzufahren.
Um etwa halb zwei liege ich dann im Bett und stelle meinen Wecker auf 7:15. Brutal, aber notwendig. Immerhin bimmelt er mich mit Chicane’s Klassiker „Offshore“ wach. Da macht das Aufstehen gleich viel mehr Spass!

Samstag:

War nicht der erste in der Dusche. Dennis war schneller. Frag mich nicht, wie der das gemacht hat… Auf dem Weg zum Frühstück Frühaufsteherin Wiebke gesehen und gewunken. Hab mir gedacht, sie wird wohl auch auf dem Weg zum Frühstück sein. Dort angekommen bin ich aber alleine… Hm… Später stellt sich herau, Wiebke war joggen… Elender Gesundheitswahn 🙂 Frühstück lecker, danach ab in den AK Familienpolitik. Wir debattieren über die Vorgaben des Bundesverbandes, um in das Thema reinzukommen. Größter Streitpunkt war, ob wir „Familie“ definieren, egal wie. Wir einigen uns auf eine Definition, die es offen lässt, was eine Familie denn genau ist. Jeder versteht schließlich etwas anderes darunter.
Dann referiert Anne über die steuerliche Situation. Wir diskutieren die Besteuerungsvarianten (Ehegattensplitting, Familienrealsplitting, die Auswirkungen des FDP-Modells, etc.). Wir einigen uns relativ schnell darauf, dass wir eine Individualbesteuerung haben wollen, um die Bevorzugung der Ehe zu beenden. Da passt dann auch das Bürgergeld perfekt rein. Die Debatte drehte sich dann darum, wie das Bürgergeld ausgezahlt werden soll. Wir kamen dann überein, den größten Teil monetär auszubezahlen und einen kleineren Anteil als Gutscheine für Lehrmittel, Vereinsmitgliedschaften, etc.
Zwischendurch wurde der LaVo zum schwimmen abkommandiert. Dummerweise war das Wetter eher mies (Nieselregen, kühl, grau, bäh!), insofern fiel das gemeinsame Chillen am „Strand“ aus. Aber die verlängerte „Kippenpause“ nutzten viele JuLis (auch ich), um sich über die Debatten im jeweils anderen AK (für mich also der AK Direkte Demokratie) zu informieren.
Gegen 18 Uhr ging es dann in den obligatorischen Grillabend über. Auch wenn die würstchen stellenweise zu schwarz waren, mit ein bisschen Senf (=gelb) bekommt man auch das hin 😉 Wieder jede Menge Zeit, um Unsinn zu machen und Kirill das Gaius-Pupus-Thema aus Asterix erobert Rom als Ohrwurm zu verpassen *hihihihi*. Dieter, Chris und ich fachsimpeln über Wirtschaft, die Profs aus Darmstadt, Juristerei und Spieltheorie. Und irgendwann ist es wieder halb zwei. Und wieder steht mein Wecker auf 7:15 Uhr. Ich freue mich auf „Offshore“ und schlafe ein.

Sonntag:

Diesmal bin ich der erste in der Dusche. Davon kann ich mir zwar nix kaufen, aber ich wollte es mal erwähnen. Das Frühstück ist etwas länger, aber um 9 Uhr sind wir dann doch wieder in den Arbeitskreisen und debattieren nach einem Vortrag von Hendrik über frühkindliche Bildung. Leider mussten wir die Diskussion abbrechen, weil wir bis 12 Uhr aus dem Seminarraum raus mussten. Naja… dafür gibt’s ja LaKos 🙂
Nach einem kurzen Abschluss- und Kritikplenum fängt die große Heulerei an, weil man sich von einander verabschiedet.

Im Auto denke ich mir, dass ich nicht so oft am Edersee bin, und fahr deswegen nochmal an die Talsperre und knipse ein paar Bilder. Die Talsperre selbst, war aber komplett zugeparkt, also habe ich nur den See an sich geknipst. Ein paar Kilometer vor der Talsperre war jede Menge Platz.

Schön war’s! Ich komme nächstes Jahr wieder! 🙂

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.