Terroristen, Nacktscanner und das Sicherheitsdenken

Das war so klar. Sooooo klar. Kaum kommt ein neuer Anschlagsversuch, überbieten sich die Konservativen mit neuer Paranoia und neuen Ideen die Freiheiten der Bürger im Namen der „Sicherheit“ einzuschränken. Viel ärgerlicher ist allerdings, dass sich auch einige FDPler in diesen Chor der Bürgerrechtsbeschränker eingereiht haben.

Um eins klarzustellen. Die freiheitsliebende Welt darf sich nicht von Terroristen auf der Nase herumtanzen lassen. Aber nutzlos Bürgerrechte und Freiheiten einschränken (auch absurdes wie das Flüssigkeitsverbot im Flugzeug) geht auch gar nicht!
Der Terrorist von Detroit war den Behörden schon seit mindestens einem Monat bekannt, sein eigener Vater warnte vor der Radikalisierung seines Sohnes. Was taten die Sicherheitsbehörden?
Nix.
Bevor wir auch nur ansatzweise darüber nachdenken können, welche technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, um das Sicherheitsbedürfnis zur befriedigen und die Freiheiten der Menschen so wenig wie möglich einzuschränken, sollten wir darüber sprechen, was mit den ganzen Daten passiert, die so gesammelt werden.
Offensichtlich passiert da relativ wenig, sonst hätte es gar nicht zum Anschlagsversuch kommen können, weil der Terrorist vorher eingebuchtet worden wäre.
Was wetten wir, dass die Terroristen sich schon längst so einen Nacktscanner organisiert haben, um herauszufinden, wie man da trotzdem Sprengstoff durchschmuggeln kann? Immerhin haben die auch Sprengpulver entwickelt, um das Flüssigkeitsverbot zu umgehen.
Wer glaubt, mit immer neuen technischen Spielereien, Sicherheit zu generieren, der irrt. Keine nutzlosen neuen Sicherheitsspielzeuge und keine neuen Bürgerrechtsbeschränkungen!

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.