Tarifautonomie

Ich frag mich manchmal, ob einige Bundespolitiker wissen was das Wort bedeutet. Dass linke und grüne es nicht wissen, ist klar, so oft wie die Mindestlöhne fordern. Aber Rainer Brüderle?! Was macht dieser Mann? Wenn er nichts zu sagen hat, könnte er doch einfach mal ruhig sein! Ich würde mir wünschen, Guido Westerwelle oder Angela Merkel würden ihn zurückpfeifen. Die FDP steht wie keine andere Partei mehr für die Tarifautonomie und zwar zu Recht! Ich verstehe nicht, was in Herrn Brüderle vorgeht, wenn er solche Statements von sich gibt. Hat er unser Programm nicht gelesen?
Wenn Tarifparteien sich auf höhere Löhne einigen ist das völlig in Ordnung, ebenso wenn sie sich nicht darauf einigen. Es steht der Politik nicht zu, sich die Tarifverhandlungen einzumischen, auch wenn man der Meinung ist, dass es sinnvoll wäre, wenn die Löhne steigen würden. Und Rainer Brüderle als Diplom-Volkswirt müsste eigentlich wissen, dass durch solche Bemerkungen von seiten eines Bundeswirtschaftsministers die Erwartungen an die Lohnhöhe steigen und das kann zu adversen Effekte wie zu hohen Abschlüssen führen, weil die Gewerkschaften sich bestätigt sehen und die Arbeitgeberverbände einem öffentlichen Druck ausgesetzt sind. Die Folgen können dann wieder sinkende Wettbewerbsfähigkeit, steigende Preise und Arbeitslosigkeit sein.

Artikel auf FAZ.net, 7.10.2010 http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EC0B4D55921C7499D827C94992F1C6ACC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.