Subventionen und moderne Energietechnik

Heute habe ich einen interessanten Artikel im Focus gelesen. Da geht es um die Stromerzeugung aus Sonnenenergie und zwar nicht das übliche teure, unrentable Photovoltaik-Gedöns sondern eher Solarthermie, was in der hier vorgestellten Variante einen weit höheren Wirkungsgrad haben soll, als Photovoltaik.

Den Artikel gibt’s hier:
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/perspektiven-stirlingmotoren-liefern-solarstrom_aid_469282.html
und mit Bildchen im Anhang an diesen Post.

Jetzt ist das ja schön und gut, was sich einige Wissenschaftler so ausdenken, aber gegen eine Photovoltaik-Industrie, die mit knapp 500% über dem Marktpreis für Strom subventioniert wird kann sowas kaum anstinken.
Man könnte natürlich sagen, Subventionen sind marktverzerrend und wohlfahrtsverringernd. Stimmt auch. Mit einer Ausnahme, der Anschubsubvention, die den Fortschritt der Technik ermöglicht. Langfristig sorgt kein Konjunkturpaket, keine Staatsausgabe und damit insbesondere keine Subvention für Wirtschaftswachstum und damit Wohlstand der Gesellschaft. Allein technologischer Fortschritt ist das Mittel, um unseren Lebensstandard zu sichern. Gerade auch dann, wenn man externe Effekte (Umweltverschmutzung, Fluglärm, etc.) internalisiert, also mit Kosten belegt. Soviel zur volkswirtschaftlichen Theorie.
Wie kann man das jetzt auf die Praxis übertragen? Zum Beispiel, indem man als Regierung nicht einfach alles subventioniert, was halbwegs nach erneuerbarer Energiequelle aussieht und zwar möglichst so stark bis sich auch die unrentabelste Energiequelle dank Steuergeld noch lohnt.
Wenn man fehlenden Wirkungsgrad aka Ineffizienz als externen Effekt auffasst und entsprechend in die Subventionsmodelle internalisiert, wäre schon mal ein erster Schritt in Richtung effektive Anschubsubvention geschafft. Wenn man dann noch die Anschubsubventionen nur für eine gewisse Zeit gewährt und dabei progressiv abbaut, wird ein weiterer Anreiz gesetzt, die Wirtschaftlichkeit zu fördern bzw. unwirtschaftliche Projekte einzustellen.
Subventionen per se sind nichts schlechtes, da sie langfristig den technologischen Fortschritt forcieren können. Wenn man aber pauschal einfach alles subventioniert, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist, dann fällt das wohl eher in die Kategorie Geldverschwendung.

Hier noch der Artikel aus dem Focus 02/2010

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.