Mindestlohn durch die Hintertür

Es ist wie verhext. Egal in welches Ministerium man Ursula von der Leyen setzt, sofort fängt sie an Unsinn zu machen. Nach den Internetsperren will sie jetzt einen Mindestlohn für die Zeitarbeit einführen. Wenn sie das hinbekommt, dann werden entweder die Preise steigen, oder die Zeitarbeitsbranche bricht zusammen. Vermutlich wird beides zu einem gewissen Grad passieren.
Oh, ich höre gerade aus der linken Ecke, die Zeitarbeit wäre sowieso unmenschlich und deswegen gehört da erst recht ein Mindestlohn hin. Da frage ich mich doch ob es unmenschlicher ist, einen Job bei einer Zeitarbeitsfirma zu haben, oder staatlich gewollt arbeitslos zu sein.
Dass es in Deutschland überhaupt Zeitarbeitsfirmen gibt, ist der Innovationskraft der Märkte zu verdanken, die sich einen Weg durch den unflexiblen, verkrusteten Arbeitsmarkt gesucht haben. Die zur Markträumung nötige Flexibilität wird hier eben auf Umwegen erreicht. Was? Ein Stück unregulierter Arbeitsmarkt? Um Himmels Willen! Da müssen wir doch was machen!
Müssen wir?
Nö müssen wir nicht! Wenn die Bundesministerin für Arbeit und Soziales wirklich was für die Zeitarbeiter tun will, dann muss der Arbeitsmarkt entrümpelt werden. Dann entstehen auch wieder reguläre Arbeitsplätze. Aber mit staatlich verordneten Löhnen reinzugehen nutzt weder der Wirtschaft, noch den Arbeitnehmern und schon gar nicht den Bürgern.
Was wird passieren? Die großen Zeitarbeitsfirmen können den Mindestlohn bezahlen, die kleinen verschwinden vom Markt. Durch diese Verknappung und die künstliche Verteuerung, wird Zeitarbeit für die leihenden Unternehmen teurer. Diese Teuerung wird an den Verbraucher weitergeben, entweder direkt über höhere Preise, oder indirekt durch ein sinkendes Angebot.
Warum jetzt Mindestlohn durch die Hintertür? Weil die ganzen Arbeitnehmer bei Nichtzeitarbeitsfirmen versuchen werden zu Zeitarbeitsfirmen zu kommen, wo es Mindestlohn und Kündigungsschutz gibt. Normalerweise würde durch dieses Überangebot an Arbeit in der Zeitarbeitsbranche der Lohn sinken. Geht aber nicht. Also wirkt der Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche auch wie eine untere Grenze für andere Branchen, weil dort die Löhne nicht unter das Zeitarbeitsniveau fallen kann, ohne dass viele Leute zur Zeitarbeit wechseln.
Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Versucht nicht, die Märkte zu verarschen. Ihr bekommt es doppelt zurück.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.