Leseempfehlung „Das FDP-Problem der Demoskopen“

Im Cicero schreibt der Mainzer Politikwissenschaftler Thorsten Haas über statistische Ungenauigkeiten und das Problem eine „gute“ Stichprobe zu erwischen. Er erwähnt den Begriff Konfidenzintervall nicht, aber es ist genau das Problem, das er beschreibt.

Haas: Das FDP-Problem der Demoskopen

Während die Wahlumfragen (oder generell alle Umfragen und statistischen Erhebungen) den Eindruck von präzisen Messungen erwecken, wird dabei gerne unter den Tisch gekehrt, dass die präsentierten Zahlen selbst zufällig sind und eine gewisse Schwankungsbreite haben.

Prof. Haas erklärt das Problem anhand der Umfragewerte der FDP. Aber es gilt natürlich genauso für alle anderen Parteien. Nur wer versteht, was Haas schreibt, ist überhaupt in der Lage Umfragen (oder generell Statistiken) korrekt zu bewerten. Eigentlich ist es traurig, dass das mathematisch-statistische Wissen im Volk als so gering eingeschätzt wird (wie groß ist der Fehler?), um einen solchen Artikel zu rechtfertigen. Daran ist aber nicht nur die bedauernswerte Mathe-Unlust oder „schlechte“ Schulbildung schuld. Maßgebliche Verantwortung tragen auch Nachrichtensendungen, Zeitungen und im Rahmen der Bundestagswahl auch die Meinungsforscher: Würden diese jeweils das Konfidenzintervall oder wenigstens die Standardabweichung angeben, wäre schon viel geholfen.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.