Lehren aus Kopenhagen

Mal wieder ein großes Trara auf einer Weltklimakonferenz. Und dann ein Abschlussdokument, das man in einem Satz zusammenfassen kann: „Wir wollen was machen, aber wer oder was oder wie wissen wir nicht.“
Hier zeigt sich ein Fehler im Denkansatz der Klimaschützer. Dieser Fehler ist allerdings typisch für linke Politik, sei sie nun rot, grün oder dunkelrot. Die „Politik“ als solche kann keine Probleme dieser Größenordnung lösen.
Nehmen wir mal für den Rest dieses Blogbeitrags an, es gibt so etwas wie anthropogener Klimawandel. Nehmen wir weiterhin an, dass dieser einen verheerenden Effekt auf die menschliche Zivilisation haben wird. Desweiteren nehmen wir an, dass die Menschheit etwas dagegen tun kann, die verheerenden Effekte zumindest einzudämmen.
Alleine die letzte Annahme ist gefährlich. Es kommt weniger darauf an, dass die Menschheit etwas tun kann, als vielmehr darauf, dass sie etwas tun will.
Ebenso gefährlich ist die Annahme, dass die Bekämpfung des Klimawandels eine Aufgabe ist, die die „Menschheit“ zu erledigen hat.
Unter den gegebenen Prämissen, die vermutlich auch Grüne unterschreiben können, ergibt sich nur eine logische Lösung für das Problem. Zum einen ist es an jedem selbst, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Solange die „Politik“ auf Konferenzen labert und in den Energiemarkt eingreift macht, hat der einzelne frei nach dem Motto „Ich hab die doch gewählt dafür!“ keinen Anreiz selbst etwas zu tun. Der Ansatz ist hier völlig falsch und zieht sich durch die gesamte linke Denkweise: Der Staat (oder hier die Staatengemeinschaft) muss die Probleme lösen. Auf die Idee selbst etwas zu tun, und sei es noch so wenig, werden nicht genügend Menschen kommen, wenn keine Anreize gesetzt werden. Ein solcher Anreiz könnte die Ausweitung des Emissionshandels auf private Haushalte sein. Oder zumindest, dass die Zertifikate nicht zum Schleuderpreis an die Industrie verteilt wird.
Der andere Teil der Lösung muss freilich darauf abzielen, vom können ins wollen übergehen. Und das schafft keine Politik und kein Markteingriff. Wenn nächstes Jahr meine Stromgebühren erhöht werden, um die Subventionen aus dem EEG zu finanzieren habe ich keine Lust mehr das Klima zu retten. Ich will verdammt nochmal selbst entscheiden, ob, wann, wie und wie stark ich das Klima rette. Das mache ich gerne, in dem ich zum Beispiel Fahrrad fahre, wann immer es mir in den Kram passt und es passt mir für innerstädtische Fahrten eigentlich immer in den Kram. Oder wenn ich entscheide, dass ich Energiesparlampen verwenden will. Werde ich zu etwa gezwungen (Willkürlich erhöhte Spritpreise durch die „Ökosteuer“, Glühbirnenverbot, etc.) dann habe ich ziemlich schnell kein Bock mehr, das Klima zu retten. Darf ich es allerdings selbst entscheiden, dann macht es mir auch noch Spass.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.