Deutschland, deine Länder

Durch eine kleine Diskussion auf Facebook, bin ich auf die Idee gekommen mal eben was zum deutschen Föderalismus zu schreiben.
Die zentrale Frage ist: „Braucht Deutschland sechzehn Bundesländer?“
Kurze Antwort: Nein.
Lange Antwort: Nein, weil die Staatsebene Land in einer kleinen Republik wie Deutschland völlig überflüssig ist und nur Kosten verursacht. Auch wenn mir die Bayern, Sachsen und Hessen widersprechen werden, fühle ich mich nicht deswegen als Hesse, weil ich halt grad zufällig im Land Hessen lebe, sondern aufgrund der Lebensweise mit der ich groß geworden bin. Gleiches gilt auch für einen Bayern, der ja nicht aufhört Bayer zu sein, nur weils den Freistaat nicht mehr gäbe. Oder noch besser: Der Franke, der gar kein eigenes Bundesland hat und trotzdem Franke ist.
Regionale Identität muss nicht mit einer staatlichen Ebene gefördert werden. Insbesondere dann nicht, wenn die Landesebene mehr schadet als sie nutzt. Dabei seien der Flickenteppich Schule und der unsägliche Länderfinanzausgleich mal beispielhaft angeführt.
Und bevor mich jetzt alle für einen sozialistischen Gleichmacher und Zentralstaat-Befürworter halten, müssen wir, wenn die Länder abgeschafft werden sollen mehr Aufgaben in die Kommunen, die dann vor Ort die eigentlichen Standortwettbewerbe mit ihren Nachbarn austragen.
Vielleicht noch ein Wort zur Schule. Mir wäre eine bunte Schullandschaft aus selbstständigen Schulen, die um Schüler konkurrieren viel lieber, als diese staatliche Unordnung, in der in zwei Nachbarorten, sagen wir Babenhausen und Großostheim, völlig andere Systeme herrschen, nur weil halt blöderweise eine Landesgrenze dazwischen liegt.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.