Derselbe Fehler

Mit der Wahl von Frauke Petry zur Chefin wandelt sich die AfD zur offen rechts-konservativen bis rechts-radikalen Partei, setzt sich über ihren Gründungsmythos hinweg und begeht damit denselben Fehler, den auch die Piraten vor etwa zwei Jahren gemacht haben. Von den Piraten, die sich selbst zur linken Splitterpartei degradiert haben, hört man heute nichts mehr. In der Sonntagsfrage werden sie überhaupt nur noch von zwei Instituten bei ca 1% geführt. Dasselbe Schicksal wird nun auch voraussichtlich der AfD drohen.

Das Beispiel von Republikanern, NPD, DVU und andere zeigt, dass (glücklicherweise!) rechts-radikale Parteien allenfalls mal wie ein Strohfeuer auflodern und schnell wieder in der Versenkung verschwinden. Ähnliches gilt für links-radikale Parteien wie die Piraten.

Ich habe vor einigen Jahren geschrieben, dass in den verwahrlosten Nischen einer orientierungslosen FDP komische Blüten wachsen. Eine dieser Blüten, die Piraten, ist bereits verdorrt, obwohl ihre Kerninhalte zu Datenschutz und Überwachung aktueller sind denn je. Auf der rechten Seite wischt die AfD ihren Gründungsmythos der (berechtigten) Kritik an der Euro-Rettung beiseite und begibt sich damit auf denselben Pfad in die Bedeutungslosigkeit wie die Piraten. Ich finde es sowohl schade um die Stimme der Piraten zu Datenschutz, Überwachungskritik und Transparenz, als auch um die Stimme der AfD zur Kritik an der Euro-Rettung. Um die linke Piratenpartei, die bedingungsloses Grundeinkommen und andere linke Spinnereien in den Vordergrund stellt ist es dagegen genausowenig schade, wie um die fremdenfeindliche und reaktionäre, rechte AfD Frauke Petrys.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.