Behringer BCD-2000 und Linux

Ich dachte mir, ich komme mit dem Jahreswechsel auch DJ-mäßig endlich im 21. Jahrhundert an und steige von Timecode-Platten auf volldigitales Auflegen mit einem USB-DJ-Controller um. Gesagt, getan, ich investierte ein Teil des Weihnachtsgeldes in den Behringer BCD-2000. Dies ist die Geschichte.

3.1.2011, 17:48
Ich bestelle den Behringer BCD-2000 beim Musik-Hardwarehändler meines Vertrauens.

8.1.2011, 11:34
Der Postbote bringt mein letztes Weihnachtsgeschenk. Yippie gleich kann’s scheppern. Ich packe aus und schließe an.

11:35
Nix passiert. Scheiße.
11:36  
Ich begebe mich auf die Netzsuche nach Problemlösungen und stolpere relativ schnell auf einen Bugreport bei Launchpad, der BCD2000 arbeite nicht unter Maverick. Und da das ein Kernel-Problem ist, wohl auch unter keiner anderen Distribution. Man sagt, der BCD2000 wäre nicht USB-compliant. Danke Behringer für’s ignorieren sinnvoller internationaler Standards.
13:00 
Ich beginne damit alles für meinen Blog zu protokollieren.
13:03 
Mein nächstes Ziel ist behringer.de auf der Suche nach technischen Daten, wie dem verbauten Chip, damit ich vielleicht ein generisches Kernelmodul nachladen kann, um den BCD-2000 so zum laufen zu bringen.
13:12 
Behringer will’s nicht rausrücken. Allgemein ist die Information über technische Daten sehr dünn. Dass das Teil ein USB-Chip ist, weiß ich…
13:22 
Versuche wenigstens die MIDI-Fähigkeiten des BCD2000 zu bekommen. Auch hier kein Erfolg, da kein MIDI-Gerät erkannt wird.
13:30 
Ich gebe auf. Behringer hat gerade einen Kunden verloren. Schade für Behringer, ich hatte überlegt mir einen kleines Studiomischpult von denen zu kaufen.
Ich werde Behringer einen netten kleinen Brief schreiben und mich über deren Produktpolitik beschweren. Ich kann ja einigermaßen nachvollziehen, dass Behringer kein Bock hat, für die paar Linux-Benutzer da draußen einen Treiber zu schreiben. Aber warum halten Sie sich dann nicht an die Standards, so dass es ohne zutun läuft? Aber wie kann man denn als Musiktechnikunternehmen so dämlich sein, und auch Mac OSX nicht unterstützen? Nicht das OSX jetzt ein besonders herausragendes Betriebssystem wäre, aber viele DJs und Musikproduzenten haben nunmal Macs. Nimmt man jetzt noch die Tatsache hinzu, dass die Behringer-Hardware unter Windows 7 nur im Kompatibiltätsmodus läuft und unter Windows 7 64bit gar nicht, zeigt das nur, dass Behringer was die Produktpolitik und den Support immer noch etwa im Jahre 1997 festhängt. Ein solches Unternehmen hat es verdient vom Markt zu fliegen.

 

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.