Schäubles Rüffel

Die FAS titelte gestern „Schäuble stellt sich gegen den Bundesbank-Chef„. In einem Interview sagte der Bundesfinanzminister:

Ich bin mir nicht sicher, ob es zur Stärkung des Vertrauens in die Notenbank beiträgt, wenn diese Debatte halb öffentlich geführt wird. Die Bevölkerung ist tief verunsichert. Und die Notenbanken sind eine der Institutionen, denen die Bürger grundsätzlich Vertrauen entgegenbringen.

Mal abgesehen davon, dass das Vertrauen der Menschen in die EZB schwindet, liegt Herr Schäuble völlig falsch. Ihm geht es nicht um das Vertrauen der Menschen in die Eurorettung sondern, um das Vertrauen der Investoren in die Eurorettung. Die wissen aber alle, dass diese Pläne letztlich zum Scheitern verurteilt sind.

Wenn es tatsächlich um das Vertrauen der Bürger geht, sollte die Debatte, um die Staatsanleihekäufe der EZB nicht nur halböffentlich sondern öffentlich geführt werden. Das gehört sich so für Demokraten. Mich beschleicht aber der Verdacht, dass Herr Schäuble die öffentliche Diskussion scheut, weil er weiß, dass die Eurorettung verkorkst ist. Und dass die Bürger das spitz kriegen.

Außerdem steht es der Bundesregierung nicht zu den Bundesbankpräsidenten zurechtzuweisen. Herr Weidmann sollte klarstellen, dass sich die Bundesbank und insbesondere er selbst von niemandem den Mund verbieten lässt, wenn es um die Stabilität des Euro geht.

Was hältst Du von Schäubles Rüffel? Ist er gerechtfertigt oder daneben? Wie sollte Jens Weidmann reagieren?

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.