Leseempfehlung „Hört den Experten zu“

Patrick Bernau schreibt in der FAZ schlaue Worte über die Ökonomen und die Politiker, die entweder nicht, oder nicht genug oder nicht genau zuhören, was die Experten zu sagen haben.

Patrick Bernau: „Hört den Experten zu”

Zum Ende schreibt er:

Doch manchem Spitzenforscher ist es bis heute gleichgültig, ob der Rest der Gesellschaft sich für seine Arbeit interessiert. Diese Forscher überlassen die öffentliche Diskussion anderen, die manchmal weniger qualifiziert sind.

Die Leserkommentare darunter zeigen eindeutig warum es einigen Ökonomen völlig egal ist, was die Öffentlichkeit über ihre Arbeit denkt. Mit ignoranten Besserwissern, die die eigene Arbeit als „Pseudowissenschaft“ bezeichnen und sich nicht auf eine Debatte einlassen, sondern sich stattdessen auf absolute Standpunkte zurückziehen, will ich auch nicht reden. Zur Wissenschaft – bei all den wissenschaftlichen Schwächen der Volkswirtschaftslehre – gehört nicht nur, dass die Forscher gewissenhaft arbeiten sondern eben auch, dass den Forschern prinzipielles Vertrauen entgegengebracht wird – ein jeder von uns hat sich bei seiner Forschung etwas gedacht. Freilich ist keine Arbeit perfekt, sondern bietet immer Ansatz für berechtigte Kritik. Aber diese Kritik ist wissenschaftlich anzubringen. Aber wenn man als Ökonom prinzipiell als Scharlatan angepöbelt wird, vergeht selbst dem motiviertesten Forscher schnell die Lust und die Freude an der öffentlichen Debatte.

Bernau hat recht, dass wir Ökonomen unsere Ergebnisse stärker in der Öffentlichkeit debattieren müssen; allerdings nur wenn die Öffentlichkeit auch ein Ohr dafür hat.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.