Shotwell

Shotwell ist eine Fotoverwaltungssoftware genau wie ich sie mag. Klein, schlank, schnell, mächtig und trotzdem simpel zu bedienen. Seit Ubuntu 10.10 Maverick ist Shotwell zu Recht die Standardsoftware für die Fotoverwaltung unter Ubuntu. Klar gibt’s noch F-Spot, Digikam, Picasa und Co. Aber keine von denen kommt an die Leichtigkeit von Shotwell heran.
Es organisiert die Fotos in beliebig benennbaren Ereignissen (z.B. Heiligabend, Papas Geburtstag, Frühling in Mainz, etc.) Auf der Festplatte liegen die Fotos in einer sehr übersichtlichen Struktur vor. So sind meine Fotos von Heiligabend unter ~/Bilder/Digitalkamera/2010/12/24 abgelegt. Praktisch. Das gleiche gilt auch für Videos, mit denen Shotwell seit der aktuellen Version 0.8.0 umgehen kann.
Trotz Beta-Status ist Shotwell sehr stabil. Abgestürzt ist es noch nicht. Ich verwende es seit ungefähr einem halben Jahr. Wieso schreibe ich ausgerechnet jetzt einen Artikel darüber?
Ich habe gerade die Fotos von Silvester von meiner Kamera in Shotwell importiert. Und wie das an Silvester nunmal so ist gibt es Fotos vor und nach Mitternacht. Shotwell ist aber so schlau und macht ein Ereignis daraus und hängt es unter 31. Dezember 2010 ab. Cool.
Vielleicht sind andere Programme genauso schlau, aber hier fiel es mir gerade auf und das brachte mich dazu einen kleinen Artikel zu schreiben.
Shotwell ist hervorragend in Ubuntu eingebettet. Wenn eine Kamera angestöpselt wird, fragt Ubuntu, ob Shotwell für den Import der Bilder gestartet werden soll. Man kann das Hintergrundbild direkt aus Shotwell heraus festlegen und die Funktion „Bild mit externem Editor öffnen“ zeigt auf den jeweils eingestellten Bildbearbeiter (bei mir ist das GIMP).
Darüber hinaus kann Shotwell in Flickr, Facebook und Picasa Web Galleries exportieren und Videos bei Youtube hochladen. Weitere Anbindungen sollen folgen.
Was mir noch fehlt, ist eine mächtige Stapelverarbeitungsfunktion. Vielleicht schauen sich die Leute von Yorba (dem Entwicklerteam) mal Phatch an und übernehmen dort Ideen und/oder Source-Code. Freie Software machts möglich. Shotwell steht unter der GPLv2 und kostet nix.

Das war mein erster Artikel zu kleinen Linux-Anwendungen, die mich entweder in Erstaunen versetzen, mir das (Computer)-Leben ungleich einfacher machen oder einfach nur klasse sind.

Veröffentlicht von

Benjamin

Bloggt über Wirtschaft und Politik. Nimmt Ordnungspolitik ernst. Promoviert über Währungsunionen. Blogs about Economics and Politics. Takes Ordnungspolitik seriously. Studies monetary unions for his doctorate.